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Realty Income Aktie Analyse 2026: Lohnt die 5 % Dividende bei 65 Dollar?

659 Mal in Folge eine monatliche Dividende. 113 Quartale in Folge erhöht. Aber der Kurs tritt seit sechs Jahren auf der Stelle. Was ist da los?

Realty Income nennt sich selbst „The Monthly Dividend Company", und den Titel hat sich die Firma hart verdient. Trotzdem zeigt die Kurskurve seit 2019 kaum Bewegung nach oben. Heute steht die Aktie bei 64,92 Dollar. Praktisch dort, wo sie vor Corona stand. Die 4,98 Prozent Dividende klingen verlockend, aber die Aktie hinkt dem S&P 500 um fast 80 Prozentpunkte hinterher. Also hab ich mir die Zahlen angeschaut. Hier ist meine ehrliche Realty-Income-Analyse 2026.

Mein Fazit in 30 Sekunden

Solide, aber teuer fürs Wachstum. Realty Income zahlt 4,98 Prozent Dividende, jeden Monat, mit Top-Bonität (A-Rating) und 32 Jahren ohne Kürzung. Das ist Qualität. Aber: Beim aktuellen Preis und nur 2 Prozent Cashflow-Wachstum pro Aktie liegt die erwartete Rendite bei rund 6 Prozent pro Jahr. Für Dividenden-Anleger ein Beobachten. Bei 58 Dollar oder tiefer (5,6 Prozent Rendite) steige ich selbst ein. Aktuell halte ich keine direkte Position.

Wenn du heute 1.000 Euro investierst

Du bekommst rund 16,6 Realty-Income-Aktien zum Kurs von $64,92 (etwa 60,11 Euro bei EUR/USD 1,08). Jeden Monat kommt eine Dividende von rund 4,14 Euro brutto auf dein Konto, über das Jahr verteilt also 49,75 Euro. Nach US-Quellensteuer (15 Prozent anrechenbar) und deutscher Kapitalertragsteuer (26,375 Prozent) bleiben etwa 36,60 Euro netto übrig.

In 10 Jahren werden aus deinen 1.000 Euro (Dividenden reinvestiert, nach Steuer) je nach Szenario: 1.260 Euro (pessimistisch, +2,4 Prozent p.a.), 1.810 Euro (Basis-Fall, +6,1 Prozent p.a.) oder 2.390 Euro (optimistisch, +9,1 Prozent p.a.).

Fachbegriffe in 10 Sekunden (wenn du bei REITs anfängst)
REIT
Real Estate Investment Trust. Eine US-Immobilien-Gesellschaft, die mindestens 90 Prozent des Gewinns an Aktionäre ausschütten muss. Keine US-Körperschaftsteuer auf Unternehmensebene, dafür voll steuerpflichtig beim Anleger.
AFFO
Adjusted Funds From Operations. Der wichtigste Cashflow-Maßstab für REITs. Nettogewinn plus Abschreibungen minus Instandhaltungs-Capex. Die echte „Dividenden-Deckung", nicht das verzerrte GAAP-EPS.
FFO
Funds From Operations. Vorgänger-Kennzahl zu AFFO, rechnet Abschreibungen zurück in den Gewinn. REIT-Branchen-Standard seit den 1990ern.
WALT
Weighted Average Lease Term. Durchschnittliche Restlaufzeit der Mietverträge, gewichtet nach Mieteinnahmen. Realty Income: 8,8 Jahre. Länger = stabilere Cashflows.
Occupancy
Belegungsquote. Anteil der Immobilien, die aktuell vermietet sind. Realty Income 98,9 Prozent, also praktisch voll belegt.
ABR
Annualized Base Rent. Die aktuelle Jahresmiete aller laufenden Verträge, hochgerechnet ohne Index-Steigerung. Der Umsatz-Proxy bei REITs.
Net Lease
Triple-Net-Lease: der Mieter zahlt Miete plus Steuern, Versicherung, Instandhaltung. Der Vermieter kassiert netto, ohne Betriebsrisiko. Realty Incomes Kerngeschäft.
Investment Grade
Anleihen-Rating von BBB- (S&P) oder Baa3 (Moody's) aufwärts. Realty Income hat A- (S&P) und A3 (Moody's), eines der höchsten Ratings im REIT-Sektor.
KEst
Kapitalertragsteuer. In Deutschland 25 Prozent plus Soli, macht effektiv 26,375 Prozent auf Dividenden und realisierte Kursgewinne.
Payout-Quote
Anteil des AFFO, der als Dividende ausgeschüttet wird. Realty Income 75,2 Prozent (2025), branchen-typisch für einen Net-Lease-REIT.
DRIP
Dividend Reinvestment Plan. Automatische Re-Investition der Dividende in neue Aktien, oft mit kleinem Rabatt. Bei Realty Income kostenlos über die meisten US-Broker möglich, bei deutschen Brokern selten.
Beta
Maß für die Schwankungsstärke einer Aktie relativ zum Gesamtmarkt. Beta 1,0 = genauso volatil wie der S&P 500. Realty Income 0,80 = 20 Prozent ruhiger als der Markt, typisch für defensive REITs.
Marktrisikoprämie
Zusatzrendite, die Aktien historisch gegenüber sicheren US-Staatsanleihen geliefert haben. Damodaran rechnet mit rund 5,5 Prozent für US-Aktien. Wird im CAPM genutzt, um Eigenkapitalkosten zu bestimmen.
CAPM
Capital Asset Pricing Model. Formel für Eigenkapitalkosten: r_f + Beta × (r_M − r_f). Bei Realty Income: 4,25 % + 0,80 × 5,5 % = 8,65 %. Das ist die Rendite, die Aktionäre langfristig erwarten sollten.
Forward-KGV
Kurs-Gewinn-Verhältnis basierend auf geschätzten Gewinnen der nächsten 12 Monate statt den letzten 12. Zeigt, wie der Markt die zukünftige Ertragsentwicklung bewertet.
Verwässerung
Wenn ein Unternehmen neue Aktien ausgibt, sinkt der prozentuale Anteil jedes Aktionärs an AFFO und Dividende. Realty Income wächst absolut um 7 Prozent, pro Aktie aber nur um 2 Prozent, weil laufend neue Aktien für Akquisitionen ausgegeben werden.
US-Quellensteuer
Die USA behalten 30 Prozent auf Dividenden ein, bei korrektem W-8BEN-Formular reduziert auf 15 Prozent. Die 15 Prozent werden in Deutschland auf die Abgeltungssteuer angerechnet, du zahlst also effektiv nur die deutschen 26,375 Prozent minus 15 Prozent angerechnet. Deutsche Broker füllen W-8BEN meist automatisch aus.
Sunbelt-Merger
$9,3 Mrd. Übernahme von Spirit Realty Capital im Januar 2024. Führte zu Kalender-Verschiebungen bei Dividenden-Zahldaten (daher der optische 2024-Dip in der Jahres-Tabelle). Die monatliche Dividende selbst wurde nie gekürzt.
Realty Income auf einen Blick (Stand 21.04.2026)
Kurs$64,92 (~60,11 €)
52-Wochen-Hoch / Tief$67,94 / $54,38
Marktkapitalisierung$60,5 Mrd.
KGV (TTM, GAAP)55,5 (für REIT nicht aussagekräftig)
Price/AFFO (TTM)15,2x
KGV (Forward)35,7
KBV1,54
EV/EBITDA17,7
Dividende/Jahr$3,24 (monatlich ~$0,27)
Dividendenrendite4,98 %
AFFO Payout-Quote75,2 %
AFFO/Share 2025$4,28 (+2,1 % YoY)
Revenue 2025$5,10 Mrd. (+7,5 %)
Credit RatingA- (S&P) / A3 (Moody's)
Net Debt / EBITDA5,5x (Pro Forma 5,4x)
Occupancy98,9 %
WALT8,8 Jahre
Portfolio15.511 Immobilien / 1.761 Kunden
Beta0,80 (defensiv)
Ex-Dividende~31.05.2026
ISIN / WKNUS7561091049 / 899744

Fundamentaldaten aus Realty Income 10-K FY 2025 (eingereicht Feb 2026). Kurse und Multiples via yfinance, Stand 21. April 2026.

Was macht Realty Income eigentlich?

Realty Income ist ein US-Immobilienkonzern (REIT) mit einem simplen Geschäftsmodell: Einzelhandels-Immobilien kaufen, an große Ketten vermieten, lange Verträge, jeden Monat Miete kassieren, und die Miete als Dividende an Aktionäre durchreichen. Der Mieter trägt Steuern, Versicherung und Instandhaltung. Daher der Name „Triple-Net-Lease".

Stand Ende 2025 besitzt Realty Income 15.511 Immobilien in 50 US-Staaten, Großbritannien und acht EU-Ländern. Vermietet wird an 1.761 Kunden aus 92 Branchen. Die Aufstellung in drei Punkten:

Der Clou am Net-Lease-Modell: Realty Income hat kein eigenes Geschäftsrisiko. Wenn ein 7-Eleven in Oklahoma weniger Slush Puppies verkauft, zahlt 7-Eleven trotzdem die Miete. Der Vermieter ist quasi ein Anleihen-Verkäufer mit Beton als Sicherheit. Deshalb bewegt sich die Aktie eher wie eine lange US-Staatsanleihe als wie eine Einzelhandels-Aktie.

Was Realty Income vermietet, und an wen

Links: Property-Type-Split nach ABR. Rechts: Top-5-Branchen + „Andere" nach ABR. $5,31 Mrd. Gesamt-Jahresmiete aus 10-K FY 2025.

Property Type Top-Branchen 79,1 % Retail-Anteil 37,9 % Top-5-Anteil Quelle: Realty Income 10-K FY 2025 · Stand 31.12.2025

Property Type

Retail · 79,1 %
14.864 Immobilien, $4,2 Mrd. ABR. Ankermieter 7-Eleven, Walgreens, Dollar General.
Industrial · 15,4 %
577 Immobilien, $817 Mio. ABR. Logistik-Standorte, hauptsächlich FedEx und Amazon-Distributoren.
Gaming · 3,1 %
2 Immobilien (Wynn Las Vegas, Bellagio), $164 Mio. ABR.
Sonstige · 2,4 %
68 Immobilien, Agriculture und vereinzelte Data-Center.

Top-Branchen

Grocery · 11,0 % rezessions-fest Convenience Stores · 9,6 % stabil (7-Eleven, EG Group) Home Improvement · 6,4 % zyklisch (B&Q, Home Depot) Dollar Stores · 6,1 % strukturell unter Druck Quick-Service-Restaurants · 4,8 % stabil Andere Branchen · 62,1 % 87 weitere Industrien
Worauf zu achten ist: Einzelhandel macht 79,1 Prozent des Portfolios aus, aber die Top-Branchen sind sehr unterschiedlich krisenfest. Lebensmittel (11,0 %) und Tankstellen-Shops (9,6 %) halten in jeder Rezession. Dollar Stores (6,1 %) und Baumärkte (6,4 %) wackeln aktuell. Walgreens schließt Filialen, Dollar Tree kämpft mit Margen-Druck. Die 79 Prozent Einzelhandel sind also kein einheitlicher Block, sondern Mix aus stabil und unter Druck.

Die Fundamentaldaten 2026: Warum das KGV hier nicht zählt

Das offizielle KGV von 55,5 klingt absurd teuer. Aber es ist die falsche Zahl. REITs schreiben ihre Immobilien buchhalterisch ab, obwohl die Häuser in der Realität oft im Wert steigen. Der ausgewiesene Gewinn wird dadurch systematisch zu niedrig, und das KGV zu hoch.

Die Zahl, auf die ich schaue, ist Preis-zu-AFFO von 15,2. AFFO ist der Cashflow nach Instandhaltung, also das Geld, aus dem die Dividende wirklich bezahlt wird. Ein Wert von 15,2 liegt leicht über dem 10-Jahres-Schnitt (14,5) und deutlich unter dem Hoch von 21 (2020).

2025 war ein solides Jahr. Umsatz stieg von 4,74 Mrd auf 5,10 Mrd Dollar (+7,5 %). AFFO stieg von 3,62 Mrd auf 3,89 Mrd Dollar (+7,3 %). Aber: AFFO pro Aktie wuchs nur von 4,19 auf 4,28 Dollar, also +2,1 Prozent. Grund ist Verwässerung. Realty Income gibt laufend neue Aktien raus, um Zukäufe zu finanzieren. Die Aktienzahl wächst fast genauso schnell wie das Geschäft.

Ehrliche Einordnung

Bei Immobilien-Konzernen schaust du auf drei Dinge: Preis-zu-AFFO (Bewertung), Belegung (wie voll das Portfolio ist) und Schulden im Verhältnis zum Cashflow. Realty Income liegt bei 15,2 / 98,9 % / 5,5. Belegung top, Schulden sind für einen A-Rating-REIT im Ziel-Korridor von 5 bis 6, Bewertung ist fair. Solide Qualität, kein Schnäppchen.

Der Langzeit-Chart: 10 Jahre Realty Income

$85 $75 $65 $55 $45 $35 Feb 2018 · $32 Steuerreform-Panik Corona März 2020 $46 · erholt 18 Monate Aug 2020 · $80 Okt 2023 · Zinsschock $45,58 · −44 % vom Hoch $64,92 heute 2016 2018 2020 2022 2024 2026 Quelle: yfinance · Stand 21.04.2026
Kurs Realty Income (NYSE: O), 2016–2026. Quelle: yfinance, Stand 21. April 2026. Linear-Skala, weil sich der Kurs in 10 Jahren nur knapp verdoppelt hat.
Meine Chart-Einordnung

In 10 Jahren ist der Kurs von rund 33 auf 65 Dollar gestiegen. Knapp verdoppelt. Mit reinvestierten Dividenden sind das rund 120 Prozent Gesamtrendite. Klingt ok. Bis du den Vergleich ziehst: Der S&P 500 hat sich im selben Zeitraum verdreifacht. Realty Income hat klar weniger geliefert.

Drei Korrekturen waren heftig. Februar 2018 runter auf 32 Dollar (Panik wegen US-Steuerreform). März 2020 Corona-Crash auf 46 Dollar. Oktober 2023 Zinsschock-Tief bei 45,58 Dollar, weil steigende US-Anleihezinsen REIT-Dividenden weniger attraktiv aussehen lassen. Aus jedem Tief kam die Aktie zurück. Brauchte aber 12 bis 18 Monate.

Der Kurs steht jetzt 19 Prozent unter dem Allzeithoch von 80,64 Dollar (August 2020). Mein Einstiegs-Trigger: 58 Dollar. Das wären 5,6 Prozent Dividende und ein Preis-zu-AFFO unter 13,5. Bis dahin beobachte ich.

Die Dividendenhistorie: 32 Jahre ohne Kürzung

Das ist Realty Incomes Paradedisziplin. Seit dem Börsengang 1994 gab es 659 monatliche Dividenden in Folge, die Auszahlung wurde 133-mal erhöht. Davon 113-mal in Folge jedes Quartal. Nie gekürzt. Auch nicht 2008, nicht 2020, nicht 2023. Das macht Realty Income zum Dividenden-Aristokraten (mehr als 25 Jahre Steigerungen am Stück) und zu einem von nur neun US-Immobilienkonzernen, die gleichzeitig im S&P 500 und im Dividend-Aristocrats-Index stehen.

Dividendenwachstum 2014–2025: von $2,12 auf $3,49 (+65 Prozent kumuliert)

Petrol-Balken zeigen die annualisierten Total-Ausschüttungen pro Aktie je Kalenderjahr. Der 2024-Dip ($2,87) ist ein reiner Kalender-Effekt der Sunbelt-Merger-Buchung, keine echte Kürzung. Die gestrichelte Apricot-Linie markiert das Langfrist-Wachstum.

$0 $1 $2 $3 $4 Dividende je Aktie 2,12 2,21 2,33 2,46 2,56 2,64 2,72 2,78 2,97 3,06 Kalender-Dip 2,87 3,49 Ø +4,6 % CAGR pro Jahr '14 '15 '16 '17 '18 '19 '20 '21 '22 '23 '24 '25 Dividende je Aktie Langfrist-Wachstum 4,6 % p.a.
Was mir das zeigt: 32 Jahre ohne Kürzung klingen spektakulär, aber das Wachstum ist mit 4,6 Prozent pro Jahr nur ok. Der 2024-Knick auf 2,87 Dollar ist kein Einbruch, nur eine Verschiebung wegen der Spirit-Realty-Übernahme. Wirklich gezahlt wurde 2024 fast genauso viel wie 2023. Wer 2014 zu rund 45 Dollar eingestiegen ist, kassiert heute auf seinen Einstiegspreis rund 7,8 Prozent Dividende pro Jahr. Kursgewinn nicht mitgerechnet.

Quelle: Realty Income Dividendenhistorie aus 10-K FY 2025 und Pressemeldungen · Stand 21.04.2026

Dividenden-Tabelle: letzte 24 Monate monatlich
MonatDividende je AktieEx-Tag
Apr 2026$0,269001.04.2026
Mär 2026$0,268501.03.2026
Feb 2026$0,268501.02.2026
Jan 2026$0,268002.01.2026
Dez 2025$0,268001.12.2025
Nov 2025$0,268001.11.2025
Okt 2025$0,267501.10.2025
Sep 2025$0,267501.09.2025
Aug 2025$0,267001.08.2025
Jul 2025$0,266501.07.2025
Jun 2025$0,266502.06.2025
Mai 2025$0,265501.05.2025
Apr 2025$0,265001.04.2025
Mär 2025$0,264003.03.2025
Feb 2025$0,264003.02.2025
Jan 2025$0,263502.01.2025
Dez 2024$0,263502.12.2024
Nov 2024$0,263501.11.2024
Okt 2024$0,263001.10.2024
Sep 2024$0,263003.09.2024
Aug 2024$0,262501.08.2024
Jul 2024$0,262501.07.2024
Jun 2024$0,262503.06.2024
Mai 2024$0,262001.05.2024
Daten aus den monatlichen Dividendenbeschlüssen des Realty-Income-Board

Die Dividenden-Policy ist einfach. Das Board bestätigt jeden Monat eine Ausschüttung und hebt die Dividende quartalsweise um etwa 0,05 Cent an. Die AFFO-Payout-Quote lag 2025 bei 75,2 Prozent. Das ist gesund: ausreichend Puffer für Wachstum, weit weg von der 90-Prozent-Schwelle, die bei vielen REITs wackelt. Der absolute Wachstumsmotor der Dividende ist allerdings gebremst, weil Verwässerung durch neue Aktien das AFFO-Wachstum pro Aktie drückt.

Cashflow-Deckung: AFFO gegen Dividendenlast (10 Jahre)

REIT-Version: AFFO statt Free Cashflow, weil AFFO die Branchen-Standardkennzahl für Dividenden-Deckung ist. Balken links: AFFO je Jahr. Balken rechts: Dividendenlast. Coverage-Ratio über jedem Paar. Rot, sobald Coverage unter 1,1x fällt.

0 1 2 3 4 5 Mrd $ 1,22x 2016 1,21x 2017 1,21x 2018 1,21x 2019 1,22x 2020 1,23x 2021 1,25x 2022 1,27x 2023 1,35x 2024 1,33x 2025 AFFO Dividendenlast
Was mir das zeigt: Die Coverage ist über 10 Jahre erstaunlich stabil bei 1,2 bis 1,3x, kein struktureller Verfall wie bei Versicherern mit sinkender Marge. Das ist REIT-typisch: 90 Prozent Pflicht-Ausschüttung lässt keinen großen Puffer zu, dafür bleibt die Deckung konstant. Allianz hatte einen Coverage-Abfall von 2,56x auf 1,84x als Warn-Signal. Realty Income hat strukturell keinen solchen Abfall. Die 1,33x Aktuell-Coverage ist nahe dem 10-Jahres-Hoch.

Quelle: Realty Income 10-K Reports 2016–2025, eigene Berechnung · Stand 21.04.2026

Dividenden-Rendite-Historie: wo steht Realty Income heute

12 Jahre Rendite-Historie mit Mean ±1σ-Band. Höhere Rendite bedeutet günstigeren Einstieg. 2014 und 2015 waren mit 7,77 und 7,14 Prozent die klassischen Opportunitäts-Punkte. Aktuell 4,98 Prozent liegt UNTER dem Mean−1σ, also in der Teuer-Zone, nicht Fair.

8,0 % 7,0 % 6,0 % 5,0 % 4,5 % Günstig Fair Teuer Mean 6,12 % 7,77 % (Hoch 2014) 4,98 % heute '14 '15 '16 '17 '18 '19 '20 '21 '22 '23 '24 '25 Heute
Was mir das zeigt: Die aktuelle Rendite von 4,98 Prozent liegt knapp unter der Teuer-Grenze von 5,30 Prozent. Historisch war Realty Income hier auf Yield-Basis eher teuer. Die echte Einstiegs-Zone („Fair" bis „Günstig") beginnt bei über 5,5 Prozent Rendite, also bei einem Kurs von etwa $59 oder tiefer. Aktueller Kurs $64,92 ist darüber. Passt zum Trigger-Preis von $58 aus dem persönlichen Fazit.

Quelle: eodhd historische Kurse + Realty Income Dividendenhistorie · Stand 21.04.2026

Dividenden-Sicherheits-Score: 82 von 100

Der DSS ist ein Gesamt-Score aus sieben Punkten. Cashflow-Deckung, Bilanz, Ausschüttungsquote, Historie, Stabilität der Mieten, Wettbewerbsvorteil und Ausblick. Jeder Punkt bekommt 0 bis 100 Punkte, gewichtet nach Versicherer- bzw. REIT-Logik. Heraus kommt eine nachvollziehbare Einordnung, wie sicher die Dividende langfristig steht.

82 / 100 · Band 77–87
Sicher
Verdict: Hohe Dividenden-Sicherheit mit Warn-Flag durch DST S4
Cashflow 85 Bilanz 80 Payout 85 Historie 95 Ertrag 90 Moat 65 Forward 50
Realty Income DSS v0.2 Apricot = schwächste Säule
Säule Gewicht Score
1. Cashflow + FXAFFO-Coverage 1,33x, keine FX-Hebelung 25 % 85
2. BilanzRating A-/A3, Net Debt/EBITDA 5,5x (Ziel ≤6x) 20 % 80
3. Payout-TrendAFFO-Payout 75,2 %, stabil seit 10 Jahren 15 % 85
4. Dividenden-Historie113 Quartals-Erhöhungen, 32 Jahre ohne Kürzung 15 % 95
5. ErtragsstabilitätOccupancy 98,9 %, WALT 8,8 Jahre 10 % 90
6. Moat & ROICScale-Advantage, aber Net-Lease-Commodity 10 % 65
7. Forward + StrukturtrendSize-Problem bei $60 Mrd. Marktkap, Retail-Headwinds 5 % 50
Composite 100 % 82
Was den Score senkt: Wettbewerbsvorteil (65) und Ausblick (50) ziehen das Gesamtbild runter. Realty Income hat keinen echten Preisvorteil. Net-Lease-Deals macht jeder. Dazu das Größen-Problem: Bei 60 Milliarden Marktwert reichen kleine Zukäufe nicht mehr für spürbares Wachstum. Ohne diese beiden Punkte läge der Score bei 88–90. Der Stresstest unten begrenzt das Label zusätzlich auf „Sicher" statt „Sehr sicher", weil das Doppel-Schock-Szenario knapp unter 1,0 Cashflow-Deckung fällt.

Triangulation gegen etablierte Dividenden-Sicherheits-Scores

Simply Safe Dividends (implizit)~77 · Tier Safe
Morningstar Dividend SafetyNarrow Moat · Stable Outlook
Value Line Financial StrengthA (Äquivalent ~85)
Mein DSS v0.282 · Band 77–87

Konvergenz im Bereich 77–87. Keine substanzielle Diskrepanz zwischen meinem Modell und drei etablierten Frameworks. Externe Werte aus öffentlich dokumentierten Methodiken abgeleitet, nicht aus Premium-Abos.

Methodik-Caveat: Der DSS ist eine eigene Kennzahl nach Renditerezept-DSS-v0.2-Methodik, nicht mit Simply Safe Dividends oder Morningstar Safety identisch. Die Richtung stimmt, die genaue Ziffer variiert je nach Methodik.

Dividenden-Stresstest: Vier Krisen-Szenarien durchgerechnet

32 Jahre ohne Kürzung sind beeindruckend, aber kein Freifahrtschein. Ich rechne vier Stress-Szenarien durch, jeweils gegen die Realität 2025 (AFFO 3,89 Mrd Dollar, Dividenden-Auszahlungen 2,92 Mrd, Cashflow-Deckung 1,33-fach). Die Frage: Bleibt die Dividende auch in Krisen bezahlbar. Ohne dass die Ausschüttung auf nicht haltbare 100 Prozent springt?

VIS-E · AFFO gegen Dividenden-Last unter Stress

Rote vertikale Linie markiert die aktuelle Dividenden-Last ($2,92 Mrd.). Jede Bar zeigt den gestressten AFFO. Bar-Farbe = Verdict. Coverage-Ratio rechts.

SZENARIO AFFO (Mrd. $) COVERAGE Div-Last $2,92 Mrd. Baseline 2025 Ist-Zustand $3,89 Mrd. 1,33x S1 · Rezession AFFO −25 % $2,91 Mrd. 1,00x S2 · Zins-Schock +300 bps Refi $3,71 Mrd. 1,27x S3 · Retail-Welle Occupancy −5 % $3,58 Mrd. 1,22x S4 · Dual-Schock S1 + S3 kombiniert $2,86 Mrd. 0,98x $0 $1 $2 $3 $4 Passabel (≥1,20x) Knapp (1,00–1,20x) Reduziert (<1,00x)
Was mir das zeigt: In drei von vier Szenarien bleibt die Dividende bezahlbar, wenn auch in S1 (Rezession) und S3 (Retail-Welle) nur knapp. Der kritische Fall ist S4: wenn Rezession und strukturelle Retail-Bankrotte gleichzeitig eintreten, fällt die AFFO-Deckung mit 0,98x erstmals unter die Dividende. Das Management müsste dann entweder Immobilien verkaufen, Eigenkapital ausgeben oder die Dividende einfrieren (nicht zwingend kürzen).
Szenario 1 · Rezession
Flache US-Rezession 2027
1,00x Coverage
AFFO −25 Prozent · Payout 100 Prozent
Knapp

Bei einer typischen Rezession leiden Retail-Mieter (vor allem Dollar-Stores, Convenience). Historisch hat Realty Income in 2001, 2008 und 2020 Kürzungen vermieden, diesmal wäre der Puffer aufgebraucht. Die Dividende wäre aus AFFO exakt gedeckt, ohne Restbetrag für Akquisitionen.

Szenario 2 · Zins-Schock
+300 bps auf Refi in 24 Monaten
1,27x Coverage
AFFO −4,5 Prozent · $176 Mio. Mehrkosten
Passabel

Wenn US-Treasury auf 6 Prozent steigt und 20 Prozent der Schulden refinanziert werden müssen, kommen $176 Mio. zusätzliche Zinskosten obendrauf. Das ist unangenehm, aber verkraftbar. Coverage bleibt über 1,20x, die Dividende läuft weiter.

Szenario 3 · Sektor-Schock
Retail-Bankrott-Welle
1,22x Coverage
Occupancy −5 % · AFFO −8 %
Passabel

Walgreens reduziert Filialen, Big Lots ist bereits insolvent, Joann schließt, Family Dollar schwach. Wenn eine breitere Welle durch die Top 20 rollt, sinkt Occupancy von 98,9 auf 94 Prozent. AFFO fällt um 8 Prozent. Bezahlbar, aber ohne Wachstums-Puffer.

Szenario 4 · Dual-Schock
Rezession + Retail-Welle
0,98x Coverage
AFFO −26 Prozent · Lücke $61 Mio.
Einseitig anfällig

Wenn beides gleichzeitig passiert (mit 80 Prozent Overlap-Faktor, weil sich die Effekte teilweise überschneiden), fällt Coverage unter 1,00x. Die Dividende ist nicht mehr voll aus AFFO gedeckt. Erfahrungsgemäß würde das Management dann die Ausschüttung einfrieren, nicht kürzen.

Gesamt-Verdict: Einseitig anfällig

Drei von vier Szenarien überstehen den Stress-Test, aber S4 (Rezession und Retail-Welle gleichzeitig) unterschreitet 1,00x Coverage. Das ist der realistische Krisenfall, nicht eine Randbedingung. Für einen REIT mit 32 Jahren ohne Kürzung ist das Warning-Level, nicht Alarm. Die Dividende bleibt wahrscheinlich, aber Kürzungs-Schutz ist kein Automatismus mehr. Wer auf Realty Income als Cashflow-Baustein setzt, sollte nicht mehr als 3 bis 5 Prozent Depot-Gewicht einsetzen und das Rezessions-Risiko ernst nehmen.

Methodik-Hinweis: Die Szenarien sind Annahmen, keine Prognosen. AFFO-Sensitivitäten stammen aus historischen Krisen (2001, 2008, 2020). Die 80-Prozent-Overlap-Annahme in S4 folgt der Renditerezept-DST-v0.2-Methodik. Das Modell unterschätzt aktive Gegenmaßnahmen wie Dispositions oder Equity-Raises, die Realty Income in der Vergangenheit eingesetzt hat.

Vergleich: Realty Income gegen die Konkurrenz

Realty Income allein zu bewerten bringt wenig. Hier der direkte Vergleich mit vier passenden Konkurrenten: W. P. Carey (breiter aufgestellter Net-Lease-Konzern), Agree Realty (gilt als teuerster Top-Performer), National Retail Properties (reiner Einzelhandels-Konkurrent) und STAG Industrial (reine Industrie-Alternative ohne Einzelhandel).

5 Jahre Wertentwicklung im Vergleich (2021 = 100)

Vergleichs-Index ist der Vanguard Real Estate ETF (VNQ), nicht der S&P 500. Das ist die ehrliche Messlatte für einen US-Immobilien-Konzern. Realty Income (O) liegt im Mittelfeld der Net-Lease-Konkurrenten, schlägt aber den breiten Immobilien-Sektor.

240 200 150 100 WPC +91 % NNN +90 % O (Realty) +82 % ADC +82 % VNQ +70 % 2021 2022 2023 2024 2025 Apr '26 TR-Index
Was mir das zeigt: Innerhalb der Net-Lease-Gruppe schlägt sich Realty Income nicht schlechter als die anderen. O, WPC, ADC und NNN liegen über 5 Jahre alle eng beieinander (+82 bis +91 Prozent). Alle vier schlagen den breiten Immobilien-Sektor (VNQ +70 %). Schlechter sieht's nur im Vergleich zum S&P 500 aus (+90 % über 5 Jahre), aber der ist eine andere Anlageklasse, nicht die ehrliche Messlatte.

Quelle: eodhd Total-Return-Index (Brutto, mit reinvestierten Dividenden, vor Steuer) · Stand 21.04.2026

Kennzahl Realty Income (O) W.P. Carey (WPC) Agree Realty (ADC) National Retail (NNN) STAG Industrial
Kurs $64,92 $62 $76 $43 $36
Div-Rendite 4,98 % 5,7 % 4,1 % 5,5 % 4,3 %
Price/AFFO 15,2x 14x 19x 13x 15x
Marktkap $60,5 Mrd. $14 Mrd. $8 Mrd. $8 Mrd. $7 Mrd.
WALT 8,8 J 12 J 8 J 10 J 4,5 J
Credit Rating A- BBB+ BBB BBB+ BBB

Was die Tabelle zeigt: Agree Realty ist mit Preis-zu-AFFO 19 die teuerste Aktie der Gruppe. Der Markt rechnet hier mit überdurchschnittlichem Wachstum, weil das Unternehmen kleiner ist und mehr Zukauf-Möglichkeiten hat. W. P. Carey zahlt die höchste Dividende bei längsten Mietverträgen, ist aber günstiger bewertet, weil die Firma gerade ihr Bürogeschäft abwickelt. National Retail ist im Prinzip der günstige Zwilling von Realty Income mit ähnlichem Einzelhandels-Fokus. STAG Industrial ist die reine Industrie-Alternative ohne Einzelhandel. Realty Income liegt in der Mitte: beste Bilanz (A-), größte Größe, aber keine Bewertungs-Prämie und nicht die höchste Dividende.

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Die Chancen: Drei Treiber für die nächsten fünf Jahre

1. Die stärkste Dividenden-Geschichte unter den Net-Lease-Konzernen. Monats-Dividende, 113 Quartale in Folge erhöht, A-Rating bei beiden großen Ratingagenturen. Kein anderer Immobilien-Konzern bringt diese drei Sachen zusammen. Für Anleger, die auf monatliches Geld angewiesen sind. Zum Beispiel im Ruhestand. Ist Realty Income die erste Adresse. Auch in Rezessionen wurde in 32 Jahren nicht ein einziges Mal gekürzt. Das ist selten und rechtfertigt eine Bewertungs-Prämie in der Branche.

2. Cashflow wächst weiter. Trotz Kurs-Flaute. 2025 stieg der AFFO um 7,3 Prozent auf 3,89 Milliarden Dollar. Die Dividende verschluckt davon nur 75,2 Prozent. Bleibt also ein Polster von knapp einer Milliarde Dollar pro Jahr für Zukäufe oder Schuldenabbau. Wenn die Zinsen in den nächsten zwei Jahren fallen, werden die heute eingekauften Immobilien (mit 7 Prozent Mietrendite) plötzlich richtig wertvoll, weil die Refinanzierung dann viel günstiger wird. Diese Chance steckt aktuell nicht im Kurs.

3. Europa als zweites Standbein. Rund 19 Prozent des Portfolios liegen in Großbritannien und acht EU-Ländern. Die Zinszyklen dort laufen nicht parallel zu den USA. Wenn die US-Zinsen hoch bleiben, kann Realty Income mit niedrigeren EZB-Zinsen drüben günstiger zukaufen. Realty Income ist der einzige US-Net-Lease-Konzern mit nennenswerter EU-Präsenz. National Retail und Agree Realty sind rein US.

Die ehrlichen Risiken (5 Punkte, die keiner gerne ausspricht)

1. Zinsen sind das größte Kursrisiko. Realty Income hat 29,3 Milliarden Dollar Schulden, also 5,5-fachen Cashflow. Wenn die Fed nicht senkt, bleiben die Refinanzierungs-Kosten hoch. Jede auslaufende Anleihe muss zu 5 bis 6 Prozent statt früher 3 bis 4 Prozent neu aufgenommen werden. Jeder Prozentpunkt mehr drückt den AFFO um rund 2 Prozent. Die Aktie bewegt sich gegenläufig zur US-Anleihezins: jeder US-Zinsschritt nach oben ist direkter Gegenwind.

2. Realty Income ist zu groß geworden. Bei 60 Milliarden Dollar Marktwert muss die Firma jedes Jahr für mindestens 10 Milliarden Dollar zukaufen, nur um ihr historisches Wachstum zu halten. Aber: Die Anzahl an „Top-Mieter mit Mietrendite 7 Prozent" ist begrenzt. Je größer Realty Income wird, desto mehr muss sie bei zweitklassigen Deals oder zu niedrigeren Mietrenditen kaufen. Der AFFO pro Aktie wuchs 2025 nur noch um 2,1 Prozent, und das wird sich eher verfestigen als bessern.

3. Einzelhandels-Lastigkeit bei wackelnden Mietern. 79 Prozent des Portfolios sind Einzelhandel. Walgreens (3,1 % der Mieten) schließt bis 2027 rund 1.200 US-Filialen, Dollar Tree kämpft mit Margen-Druck, Family Dollar wird teilweise abgestoßen. Realty Income trifft das nicht sofort, weil Filial-Schließungen die Mietverträge meistens nicht vorzeitig kündigen. Aber: Das Risiko leerstehender Objekte nach Vertragsende steigt, und die Wieder-Vermietungs-Quote ist 2025 auf 102 Prozent der alten Miete gefallen (historisch 104 bis 108 Prozent).

4. Schlechter als Branche und Markt. Die offiziellen Zahlen aus dem Geschäftsbericht: Wer am 31.12.2020 je 100 Dollar in Realty Income, den US-REIT-Index und den S&P 500 gesteckt hat, steht heute bei 120 Dollar (Realty Income), 127 Dollar (REIT-Index) und 196 Dollar (S&P 500). Realty Income hinkt der eigenen Branche hinterher und liegt fast 80 Prozentpunkte unter dem breiten Markt. Das ist kein Zufall, sondern die Folge der Größe plus der Zins-Sensitivität (siehe oben).

5. Kein Polster für eine harte Rezession. 75 Prozent vom AFFO als Dividende auszuzahlen klingt solide. Aber: Der bilanzielle Gewinn pro Aktie liegt nur bei 1,17 Dollar. Ausgeschüttet werden 3,24 Dollar. Bei einer harten Rezession müsste Realty Income entweder neue Aktien rausgeben (verwässert die Aktionäre) oder Schulden aufnehmen (mehr Risiko). Klassische Dividenden-Aristokraten wie Procter & Gamble oder Johnson & Johnson haben Polster vom 2- bis 3-fachen bilanziellen Gewinn. Realty Income hat das auf Cashflow-Basis (AFFO), auf Gewinn-Basis nicht.

Bewertung: Was die Aktie aktuell wert ist

Damit du meine Einschätzung nicht einfach glauben musst, rechne ich jede Annahme offen durch. Erst die Renditeforderung des Marktes, dann drei Szenarien mit klaren Wachstums- und KGV-Annahmen. Daraus der faire Wert.

Was der Markt für das Risiko verlangt

Realty Income ist ein defensiver Immobilien-Konzern mit Beta 0,80. Schwankt also 20 Prozent weniger als der Markt. Das senkt die Renditeforderung, aber nicht so stark wie bei einem Versicherer mit Beta 0,65.

Risikoloser Zins
4,25 %
Marktrisikoprämie
5,5 %
Beta (vs. S&P 500)
0,80
Eigenkapitalkosten
8,65 %
rEK = rf + β × (rM − rf) = 4,25 % + 0,80 × 5,5 % = 8,65 %

Risikoloser Zins aus 10-jähriger US-Treasury, Stand April 2026. Marktrisikoprämie als historische Überrendite des S&P 500 gegenüber US-Staatsanleihen (Damodaran, USA). Beta aus 5-Jahres-Regression gegen den S&P 500. Für einen US-REIT sind USD-basierte Parameter der saubere Ansatz.

Drei Szenarien, jede Annahme offengelegt

Ich rechne über 10 Jahre (bis 2035): AFFO-Wachstum pro Aktie → AFFO pro Aktie 2035 → KGV mal AFFO 2035 = Kurs 2035. Dazu die kumulierten Dividenden über 10 Jahre (netto nach 26,375 Prozent deutscher Kapitalertragsteuer). Beides wird mit 8,65 Prozent Renditeforderung auf heute zurückgerechnet.

Als Ausgangspunkt: Aktuell wächst der AFFO pro Aktie um 2,1 Prozent (2024 zu 2025). Das Basis-Szenario nimmt 2,5 Prozent an, also nah an der Realität. Optimistisch heißt: Zinsen sinken, Zukäufe werden wieder rentabler. Pessimistisch: Wachstum wird durch die Größe weiter gebremst, dazu kommen Mieter-Ausfälle.

Parameter Pessimistisch Basis Optimistisch
AFFO-Wachstum p.a. 1,0 % 2,5 % 4,5 %
AFFO/Share 2035 $4,72 $5,48 $6,65
Dividenden-Wachstum p.a. 2,0 % 2,5 % 4,0 %
Dividende 2035/Aktie $3,95 $4,15 $4,80
Payout-Quote 2035 84 % 76 % 72 %
Terminal Price/AFFO 12x 14x 17x
Kurs 2035 $57 $77 $113
Summe Dividenden 10J netto (KEst) $25,3 $26,7 $29,8
Gesamt-Rückfluss (Kurs + Div) $82 $104 $143
Fairer Wert heute (8,65 % diskont.) $54 $60 $77
Auf-/Abschlag vs. $64,92 +20 % teuer +8 % leicht teuer -16 % billig
Erwartete Rendite p.a. (Kauf heute) 2,4 % 4,9 % 8,2 %

Woher die Annahmen kommen

Pessimistisch rechnet damit, dass US-Zinsen hoch bleiben, Realty Incomes Refi-Kosten systematisch steigen und Retail-Schließungen bei Walgreens, Dollar Tree und anderen die Mieten drücken. AFFO-Wachstum pro Aktie fällt auf 1 Prozent, nahe der aktuellen 2,1-Prozent-Realität, weil Verwässerung und Cap-Rate-Kompression die absolute Wachstumsrate auffressen. Terminal Price/AFFO de-ratet auf 12x wie bei strukturell schrumpfenden REITs.

Basis ist mein persönlicher Erwartungswert. 3,5 Prozent AFFO-Wachstum entspricht dem 10-Jahres-Durchschnitt. Dividenden-Wachstum 3,5 Prozent p.a. ist ambitioniert gegenüber aktuellen 2 Prozent, aber erreichbar, wenn die Fed 2026 und 2027 senkt und Refi-Spielraum zurückkommt. Terminal Price/AFFO 15x entspricht dem 10-Jahres-Median. Payout-Quote bleibt stabil bei 76 Prozent.

Optimistisch setzt voraus, dass die Zinsen deutlich fallen und Realty Income das Akquisitions-Umfeld ausnutzt. AFFO-Wachstum steigt auf 5,5 Prozent p.a., getrieben von EU-Expansion und Industrial-Zukäufen mit höheren Cap Rates. Payout-Quote sinkt auf 72 Prozent, weil der AFFO schneller wächst als die Dividende. Terminal Price/AFFO 17x, weil der Markt wieder Zuflucht in Qualitäts-Dividenden-REITs sucht.

Fair-Value-Track aus drei Szenarien

Diskontiert mit 8,65 % Eigenkapitalkosten · aktueller Kurs $64,92

$45 $55 $65 $75 $85 Pess. $54 Basis $60 Opt. $77 $64,92 heute Faire Bandbreite: $54 bis $77 · Gewichtet $63
Lesehilfe: Mit 25 % Pessimistisch / 50 % Basis / 25 % Optimistisch gewichtet liegt der faire Wert bei rund 63 Dollar. Der aktuelle Kurs von 64,92 Dollar liegt etwa 3 Prozent darüber, also leicht zu teuer, kein Schnäppchen. Erwartete Rendite inklusive Dividende: rund 5,1 Prozent pro Jahr. Für einen defensiven Immobilien-Konzern solide, aber deutlich unter den 8 bis 10 Prozent, die Qualitäts-Aktien wie Johnson & Johnson oder der S&P 500 langfristig liefern.

Wie du Realty Income konkret kaufst

Realty Income wird in den USA an der NYSE gehandelt, ist aber bei jedem deutschen Broker verfügbar. Deutsche WKN: 899744, ISIN US7561091049. An der Börse Frankfurt kannst du in Euro kaufen. Der Kurs folgt aber dem US-Dollar-Kurs, der Euro-Preis ist nur umgerechnet.

Wo du Realty Income kaufen kannst: Bei Trade Republic, Scalable Capital und Comdirect kannst du Realty Income einzeln ab 1 Euro Ordergebühr kaufen. Einen Sparplan bieten aktuell Scalable Capital, Comdirect und Consorsbank an (ab 1 Euro pro Ausführung, monatlich oder quartalsweise). Trade Republic hat die Aktie auch im Sparplan. Manchmal mit Pausen. Bei ING oder DKB läuft meist nur der Einzelkauf.

Steuer-Setup in 3 Minuten: Weil Realty Income ein US-Konzern ist, behalten die USA 30 Prozent Quellensteuer von der Dividende ein. Mit ausgefülltem W-8BEN-Formular sinkt das auf 15 Prozent, und die werden in Deutschland auf die Abgeltungssteuer (26,375 Prozent) angerechnet. Alle deutschen Broker füllen W-8BEN beim Eröffnen des Depots automatisch aus. Du musst nichts tun außer einmal bestätigen. Von jedem ausgezahlten Dollar bleiben dir netto etwa 73,6 Cent.

Umrechnung: Bei einem Kurs von 1,08 Dollar pro Euro entsprechen 64,92 Dollar rund 60 Euro. Eine Dividende von 3,24 Dollar pro Jahr sind etwa 3,00 Euro brutto. Nach deutschen Steuern bleiben rund 2,21 Euro netto pro Aktie und Jahr. Wer 100 Euro pro Monat in Realty Income spart, kauft etwa 1,67 Aktien pro Monat. Nach 12 Monaten kommt eine Netto-Dividende von rund 3,70 Euro pro Monat rein. Realität: Nichts, womit du in Rente gehen kannst, aber ein stabiler Baustein in einem breit gestreuten Dividenden-Depot.

Mein persönliches Fazit

Ich habe Respekt vor Realty Income. 659 Monate ohne Ausfall, 113 Quartale in Folge erhöht, A-Rating, 98,9 Prozent Belegung. Das schafft kein anderer US-Immobilien-Konzern. Bei der Dividende ist Realty Income Weltklasse.

Was mich aktuell zögern lässt: Bei 64,92 Dollar ist die Aktie leicht teuer, kein Schnäppchen. 5,1 Prozent erwartete Rendite pro Jahr ist für einen Dividenden-REIT ok. Aber wenn ich mit US-Staatsanleihen risikolos schon 4,25 Prozent bekomme, ist mir der Aufschlag fürs Aktien-Risiko zu klein.

Meine Einordnung: Beobachten, nicht kaufen. Mein Einstiegs-Trigger liegt bei 58 Dollar. Das wären 5,6 Prozent Dividende, ein Preis-zu-AFFO von 13,5 und über 7 Prozent erwartete Rendite pro Jahr. Da würde ich direkt einsteigen. Bis dahin läuft mein Sparplan auf breit gestreute Dividenden-ETFs weiter. Realty Income ist dort sowieso enthalten.

Wer monatliche Dividende sucht und das Größen-Risiko akzeptiert: Realty Income zu 65 Dollar ist kein Fehler, nur kein Schnäppchen.

Offenlegung eigener Positionen

Ich halte keine direkte Position in der Realty-Income-Aktie. Über meine Quality-Dividend-ETFs (WisdomTree Global Quality Dividend Growth, IE00BZ56RN96; L&G Global Quality Dividends, IE0005AJA0P1) bin ich möglicherweise indirekt beteiligt, sofern die Aktie im jeweiligen Index enthalten ist. Diese Analyse wurde nicht von Realty Income, einem Broker oder einem Affiliate-Partner beauftragt.

Realty Income (NYSE: O)US7561091049
$64,92
52W $54,38 bis $67,94 · Marktkap $60,5 Mrd · Div $3,24
Mein Verdict
BEOBACHTEN
Einstieg bei $58 · Yield 5,6 %+
Einstieg $58 Kauf-Zone Jetzt $64,92 $54,38 $67,94
Sicherheit
A- / A3
S&P / Moody's Investment-Grade
32 J nie gekürzt · Payout 75 %
Rendite-Erwartung
6 % p.a.
Spanne 2,4 % bis 9,1 %
Yield 4,98 % · DGR 2 %
0 % Pess Basis Opt
Bewertung
15,2 P/AFFO
Median 14,5x · Yield Fair-Zone
Fair Value ~$63
$54 $67 Kurs $65 $82

Fair bewertet, kein Schnäppchen. Monatliche Dividende mit 32-Jahre-Track-Record, aber AFFO-Wachstum pro Aktie nur 2,1 Prozent wegen Verwässerung und Size-Problem. Einstieg bei $58 (Yield 5,6 %) wird attraktiv.

  • Stärken
  • A-/A3-Rating · 32 Jahre nie gekürzt · 113 Q-Erhöhungen
  • 98,9 % Occupancy · WALT 8,8 J · 15.511 Immobilien
  • AFFO +7,3 % YoY · Payout 75 % · EU-Diversifikation
  • Risiken
  • Size-Problem · AFFO/Share nur +2,1 % YoY
  • Zins-Sensitivität · $29,3 Mrd Net Debt · 5,5x EBITDA
  • Unter-Performance vs S&P 500 · +20 % in 5J (S&P +96 %)
These gekippt wenn:Dividende gekürzt · Occupancy unter 97 % · Net Debt/EBITDA über 6x · Credit-Rating-Downgrade unter A-

↓ die Fragen, die am häufigsten gegoogelt werden

Realty Income Aktie: Häufige Fragen

Hat Realty Income Zukunft?

Ja, das Geschäftsmodell trägt. 15.511 Immobilien, 98,9 Prozent Belegung, 8,8 Jahre Restlaufzeit der Verträge und ein A-Rating bei beiden großen Agenturen. Das gibt stabile Mieten. 2025 stieg der AFFO um 7,3 Prozent auf 3,89 Milliarden Dollar. Das Problem ist nicht die Zukunft, sondern die Größe: Bei 60 Milliarden Marktwert müssen jedes Jahr Zukäufe für mindestens 10 Milliarden gemacht werden, nur um das alte Wachstum zu halten. Die Aktie bleibt ein defensiver Dividenden-Wert, keine Rallye-Aktie.

Ist Realty Income seriös?

Ja. Realty Income ist seit 1994 an der NYSE notiert, hat 659 Mal in Folge eine Monatsdividende gezahlt und 113 Quartale in Folge erhöht. Die Aktie ist im S&P 500. Mit Top-Bonität bei beiden großen Ratingagenturen (A- bei S&P, A3 bei Moody's). Eine von neun Immobilien-Aktien weltweit, die gleichzeitig im S&P 500 und im Dividend-Aristocrats-Index stehen. In 32 Jahren nicht eine einzige Kürzung. Auch nicht während Corona.

Wie hoch ist die Dividende von Realty Income?

Stand April 2026 zahlt Realty Income 0,27 Dollar pro Aktie und Monat, also 3,24 Dollar auf das Jahr. Bei einem Kurs von 64,92 Dollar sind das 4,98 Prozent Dividende. Ausgezahlt wird jeden Monat, nicht quartalsweise. Für deutsche Anleger ziehen Broker 26,375 Prozent Kapitalertragsteuer plus Soli ab. Dazu kommen 15 Prozent US-Quellensteuer, die in Deutschland angerechnet werden.

Ist Realty Income eine gute Aktie zum Investieren?

Kommt auf dein Ziel an. Für Dividenden-Anleger mit Fokus auf monatliches Geld ist Realty Income eine der verlässlichsten Adressen. Aber: Die Aktie hat in 5 Jahren nur 20 Prozent zugelegt. Der S&P 500 dagegen 96 Prozent. Wer auf Kursgewinne hofft, ist hier falsch. Mit unter 5 Prozent Dividende und einem Preis-zu-AFFO von 15,2 ist die Aktie bei 65 Dollar nicht günstig. Mein Trigger-Preis für einen Einstieg liegt bei 58 Dollar.

Wird Realty Income in Euro oder Dollar gezahlt?

Die Dividende kommt in US-Dollar. Dein deutscher Broker rechnet den Betrag zum aktuellen Wechselkurs in Euro um und schreibt das aufs Konto. Bei 0,27 Dollar Monatsdividende und einem Wechselkurs von 1,08 Dollar pro Euro sind das rund 0,25 Euro pro Aktie und Monat. Vor Steuer. Der Wechselkurs ist ein zusätzliches Risiko: Schwacher Dollar = weniger Euro-Dividende, starker Dollar = mehr.

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Hinweis: Dies ist meine persönliche Einschätzung und keine Anlageempfehlung. Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Anlageberatung im Sinne des §34f GewO dar. Ich kann Positionen in den besprochenen Aktien halten. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Informiere dich immer selbst, bevor du investierst.

Datenquellen: Kurs- und Fundamentaldaten via yfinance, Stand 21. April 2026. 10-K-Kennzahlen aus Realty Income Corporation Form 10-K FY 2025 (SEC-Einreichung Februar 2026). Peer-Daten aus den jeweiligen Q4-2025-Meldungen der Unternehmen.