659 Mal in Folge eine monatliche Dividende. 113 Quartale in Folge erhöht. Aber der Kurs tritt seit sechs Jahren auf der Stelle. Was ist da los?
Realty Income nennt sich selbst „The Monthly Dividend Company", und den Titel hat sich die Firma hart verdient. Trotzdem zeigt die Kurskurve seit 2019 kaum Bewegung nach oben. Heute steht die Aktie bei 64,92 Dollar. Praktisch dort, wo sie vor Corona stand. Die 4,98 Prozent Dividende klingen verlockend, aber die Aktie hinkt dem S&P 500 um fast 80 Prozentpunkte hinterher. Also hab ich mir die Zahlen angeschaut. Hier ist meine ehrliche Realty-Income-Analyse 2026.
Solide, aber teuer fürs Wachstum. Realty Income zahlt 4,98 Prozent Dividende, jeden Monat, mit Top-Bonität (A-Rating) und 32 Jahren ohne Kürzung. Das ist Qualität. Aber: Beim aktuellen Preis und nur 2 Prozent Cashflow-Wachstum pro Aktie liegt die erwartete Rendite bei rund 6 Prozent pro Jahr. Für Dividenden-Anleger ein Beobachten. Bei 58 Dollar oder tiefer (5,6 Prozent Rendite) steige ich selbst ein. Aktuell halte ich keine direkte Position.
Du bekommst rund 16,6 Realty-Income-Aktien zum Kurs von $64,92 (etwa 60,11 Euro bei EUR/USD 1,08). Jeden Monat kommt eine Dividende von rund 4,14 Euro brutto auf dein Konto, über das Jahr verteilt also 49,75 Euro. Nach US-Quellensteuer (15 Prozent anrechenbar) und deutscher Kapitalertragsteuer (26,375 Prozent) bleiben etwa 36,60 Euro netto übrig.
In 10 Jahren werden aus deinen 1.000 Euro (Dividenden reinvestiert, nach Steuer) je nach Szenario: 1.260 Euro (pessimistisch, +2,4 Prozent p.a.), 1.810 Euro (Basis-Fall, +6,1 Prozent p.a.) oder 2.390 Euro (optimistisch, +9,1 Prozent p.a.).
Fachbegriffe in 10 Sekunden (wenn du bei REITs anfängst)
- REIT
- Real Estate Investment Trust. Eine US-Immobilien-Gesellschaft, die mindestens 90 Prozent des Gewinns an Aktionäre ausschütten muss. Keine US-Körperschaftsteuer auf Unternehmensebene, dafür voll steuerpflichtig beim Anleger.
- AFFO
- Adjusted Funds From Operations. Der wichtigste Cashflow-Maßstab für REITs. Nettogewinn plus Abschreibungen minus Instandhaltungs-Capex. Die echte „Dividenden-Deckung", nicht das verzerrte GAAP-EPS.
- FFO
- Funds From Operations. Vorgänger-Kennzahl zu AFFO, rechnet Abschreibungen zurück in den Gewinn. REIT-Branchen-Standard seit den 1990ern.
- WALT
- Weighted Average Lease Term. Durchschnittliche Restlaufzeit der Mietverträge, gewichtet nach Mieteinnahmen. Realty Income: 8,8 Jahre. Länger = stabilere Cashflows.
- Occupancy
- Belegungsquote. Anteil der Immobilien, die aktuell vermietet sind. Realty Income 98,9 Prozent, also praktisch voll belegt.
- ABR
- Annualized Base Rent. Die aktuelle Jahresmiete aller laufenden Verträge, hochgerechnet ohne Index-Steigerung. Der Umsatz-Proxy bei REITs.
- Net Lease
- Triple-Net-Lease: der Mieter zahlt Miete plus Steuern, Versicherung, Instandhaltung. Der Vermieter kassiert netto, ohne Betriebsrisiko. Realty Incomes Kerngeschäft.
- Investment Grade
- Anleihen-Rating von BBB- (S&P) oder Baa3 (Moody's) aufwärts. Realty Income hat A- (S&P) und A3 (Moody's), eines der höchsten Ratings im REIT-Sektor.
- KEst
- Kapitalertragsteuer. In Deutschland 25 Prozent plus Soli, macht effektiv 26,375 Prozent auf Dividenden und realisierte Kursgewinne.
- Payout-Quote
- Anteil des AFFO, der als Dividende ausgeschüttet wird. Realty Income 75,2 Prozent (2025), branchen-typisch für einen Net-Lease-REIT.
- DRIP
- Dividend Reinvestment Plan. Automatische Re-Investition der Dividende in neue Aktien, oft mit kleinem Rabatt. Bei Realty Income kostenlos über die meisten US-Broker möglich, bei deutschen Brokern selten.
- Beta
- Maß für die Schwankungsstärke einer Aktie relativ zum Gesamtmarkt. Beta 1,0 = genauso volatil wie der S&P 500. Realty Income 0,80 = 20 Prozent ruhiger als der Markt, typisch für defensive REITs.
- Marktrisikoprämie
- Zusatzrendite, die Aktien historisch gegenüber sicheren US-Staatsanleihen geliefert haben. Damodaran rechnet mit rund 5,5 Prozent für US-Aktien. Wird im CAPM genutzt, um Eigenkapitalkosten zu bestimmen.
- CAPM
- Capital Asset Pricing Model. Formel für Eigenkapitalkosten: r_f + Beta × (r_M − r_f). Bei Realty Income: 4,25 % + 0,80 × 5,5 % = 8,65 %. Das ist die Rendite, die Aktionäre langfristig erwarten sollten.
- Forward-KGV
- Kurs-Gewinn-Verhältnis basierend auf geschätzten Gewinnen der nächsten 12 Monate statt den letzten 12. Zeigt, wie der Markt die zukünftige Ertragsentwicklung bewertet.
- Verwässerung
- Wenn ein Unternehmen neue Aktien ausgibt, sinkt der prozentuale Anteil jedes Aktionärs an AFFO und Dividende. Realty Income wächst absolut um 7 Prozent, pro Aktie aber nur um 2 Prozent, weil laufend neue Aktien für Akquisitionen ausgegeben werden.
- US-Quellensteuer
- Die USA behalten 30 Prozent auf Dividenden ein, bei korrektem W-8BEN-Formular reduziert auf 15 Prozent. Die 15 Prozent werden in Deutschland auf die Abgeltungssteuer angerechnet, du zahlst also effektiv nur die deutschen 26,375 Prozent minus 15 Prozent angerechnet. Deutsche Broker füllen W-8BEN meist automatisch aus.
- Sunbelt-Merger
- $9,3 Mrd. Übernahme von Spirit Realty Capital im Januar 2024. Führte zu Kalender-Verschiebungen bei Dividenden-Zahldaten (daher der optische 2024-Dip in der Jahres-Tabelle). Die monatliche Dividende selbst wurde nie gekürzt.
| Kurs | $64,92 (~60,11 €) |
| 52-Wochen-Hoch / Tief | $67,94 / $54,38 |
| Marktkapitalisierung | $60,5 Mrd. |
| KGV (TTM, GAAP) | 55,5 (für REIT nicht aussagekräftig) |
| Price/AFFO (TTM) | 15,2x |
| KGV (Forward) | 35,7 |
| KBV | 1,54 |
| EV/EBITDA | 17,7 |
| Dividende/Jahr | $3,24 (monatlich ~$0,27) |
| Dividendenrendite | 4,98 % |
| AFFO Payout-Quote | 75,2 % |
| AFFO/Share 2025 | $4,28 (+2,1 % YoY) |
| Revenue 2025 | $5,10 Mrd. (+7,5 %) |
| Credit Rating | A- (S&P) / A3 (Moody's) |
| Net Debt / EBITDA | 5,5x (Pro Forma 5,4x) |
| Occupancy | 98,9 % |
| WALT | 8,8 Jahre |
| Portfolio | 15.511 Immobilien / 1.761 Kunden |
| Beta | 0,80 (defensiv) |
| Ex-Dividende | ~31.05.2026 |
| ISIN / WKN | US7561091049 / 899744 |
Fundamentaldaten aus Realty Income 10-K FY 2025 (eingereicht Feb 2026). Kurse und Multiples via yfinance, Stand 21. April 2026.
Was macht Realty Income eigentlich?
Realty Income ist ein US-Immobilienkonzern (REIT) mit einem simplen Geschäftsmodell: Einzelhandels-Immobilien kaufen, an große Ketten vermieten, lange Verträge, jeden Monat Miete kassieren, und die Miete als Dividende an Aktionäre durchreichen. Der Mieter trägt Steuern, Versicherung und Instandhaltung. Daher der Name „Triple-Net-Lease".
Stand Ende 2025 besitzt Realty Income 15.511 Immobilien in 50 US-Staaten, Großbritannien und acht EU-Ländern. Vermietet wird an 1.761 Kunden aus 92 Branchen. Die Aufstellung in drei Punkten:
- Was vermietet wird: 79,1 % Einzelhandel (7-Eleven, Walgreens, Dollar General), 15,4 % Logistik (FedEx, Amazon-Verteilzentren), 3,1 % Casinos (Wynn Las Vegas, Bellagio), 2,4 % Sonstiges (Landwirtschaft, Rechenzentren).
- Wie vermietet wird: 97,8 % der Objekte haben einen einzigen Mieter. Restlaufzeit der Verträge: 8,8 Jahre. Belegung: 98,9 %. Praktisch voll.
- Wer mietet: 32,2 % der Mieten kommen von Mietern mit Top-Bonität (Investment Grade). Bei den 20 wichtigsten Kunden sind es 11.
Der Clou am Net-Lease-Modell: Realty Income hat kein eigenes Geschäftsrisiko. Wenn ein 7-Eleven in Oklahoma weniger Slush Puppies verkauft, zahlt 7-Eleven trotzdem die Miete. Der Vermieter ist quasi ein Anleihen-Verkäufer mit Beton als Sicherheit. Deshalb bewegt sich die Aktie eher wie eine lange US-Staatsanleihe als wie eine Einzelhandels-Aktie.
Links: Property-Type-Split nach ABR. Rechts: Top-5-Branchen + „Andere" nach ABR. $5,31 Mrd. Gesamt-Jahresmiete aus 10-K FY 2025.
Property Type
Retail · 79,1 %14.864 Immobilien, $4,2 Mrd. ABR. Ankermieter 7-Eleven, Walgreens, Dollar General. Industrial · 15,4 %
577 Immobilien, $817 Mio. ABR. Logistik-Standorte, hauptsächlich FedEx und Amazon-Distributoren. Gaming · 3,1 %
2 Immobilien (Wynn Las Vegas, Bellagio), $164 Mio. ABR. Sonstige · 2,4 %
68 Immobilien, Agriculture und vereinzelte Data-Center.
Top-Branchen
Grocery · 11,0 % rezessions-fest Convenience Stores · 9,6 % stabil (7-Eleven, EG Group) Home Improvement · 6,4 % zyklisch (B&Q, Home Depot) Dollar Stores · 6,1 % strukturell unter Druck Quick-Service-Restaurants · 4,8 % stabil Andere Branchen · 62,1 % 87 weitere IndustrienDie Fundamentaldaten 2026: Warum das KGV hier nicht zählt
Das offizielle KGV von 55,5 klingt absurd teuer. Aber es ist die falsche Zahl. REITs schreiben ihre Immobilien buchhalterisch ab, obwohl die Häuser in der Realität oft im Wert steigen. Der ausgewiesene Gewinn wird dadurch systematisch zu niedrig, und das KGV zu hoch.
Die Zahl, auf die ich schaue, ist Preis-zu-AFFO von 15,2. AFFO ist der Cashflow nach Instandhaltung, also das Geld, aus dem die Dividende wirklich bezahlt wird. Ein Wert von 15,2 liegt leicht über dem 10-Jahres-Schnitt (14,5) und deutlich unter dem Hoch von 21 (2020).
2025 war ein solides Jahr. Umsatz stieg von 4,74 Mrd auf 5,10 Mrd Dollar (+7,5 %). AFFO stieg von 3,62 Mrd auf 3,89 Mrd Dollar (+7,3 %). Aber: AFFO pro Aktie wuchs nur von 4,19 auf 4,28 Dollar, also +2,1 Prozent. Grund ist Verwässerung. Realty Income gibt laufend neue Aktien raus, um Zukäufe zu finanzieren. Die Aktienzahl wächst fast genauso schnell wie das Geschäft.
Bei Immobilien-Konzernen schaust du auf drei Dinge: Preis-zu-AFFO (Bewertung), Belegung (wie voll das Portfolio ist) und Schulden im Verhältnis zum Cashflow. Realty Income liegt bei 15,2 / 98,9 % / 5,5. Belegung top, Schulden sind für einen A-Rating-REIT im Ziel-Korridor von 5 bis 6, Bewertung ist fair. Solide Qualität, kein Schnäppchen.
Der Langzeit-Chart: 10 Jahre Realty Income
In 10 Jahren ist der Kurs von rund 33 auf 65 Dollar gestiegen. Knapp verdoppelt. Mit reinvestierten Dividenden sind das rund 120 Prozent Gesamtrendite. Klingt ok. Bis du den Vergleich ziehst: Der S&P 500 hat sich im selben Zeitraum verdreifacht. Realty Income hat klar weniger geliefert.
Drei Korrekturen waren heftig. Februar 2018 runter auf 32 Dollar (Panik wegen US-Steuerreform). März 2020 Corona-Crash auf 46 Dollar. Oktober 2023 Zinsschock-Tief bei 45,58 Dollar, weil steigende US-Anleihezinsen REIT-Dividenden weniger attraktiv aussehen lassen. Aus jedem Tief kam die Aktie zurück. Brauchte aber 12 bis 18 Monate.
Der Kurs steht jetzt 19 Prozent unter dem Allzeithoch von 80,64 Dollar (August 2020). Mein Einstiegs-Trigger: 58 Dollar. Das wären 5,6 Prozent Dividende und ein Preis-zu-AFFO unter 13,5. Bis dahin beobachte ich.
Die Dividendenhistorie: 32 Jahre ohne Kürzung
Das ist Realty Incomes Paradedisziplin. Seit dem Börsengang 1994 gab es 659 monatliche Dividenden in Folge, die Auszahlung wurde 133-mal erhöht. Davon 113-mal in Folge jedes Quartal. Nie gekürzt. Auch nicht 2008, nicht 2020, nicht 2023. Das macht Realty Income zum Dividenden-Aristokraten (mehr als 25 Jahre Steigerungen am Stück) und zu einem von nur neun US-Immobilienkonzernen, die gleichzeitig im S&P 500 und im Dividend-Aristocrats-Index stehen.
Dividendenwachstum 2014–2025: von $2,12 auf $3,49 (+65 Prozent kumuliert)
Petrol-Balken zeigen die annualisierten Total-Ausschüttungen pro Aktie je Kalenderjahr. Der 2024-Dip ($2,87) ist ein reiner Kalender-Effekt der Sunbelt-Merger-Buchung, keine echte Kürzung. Die gestrichelte Apricot-Linie markiert das Langfrist-Wachstum.
Quelle: Realty Income Dividendenhistorie aus 10-K FY 2025 und Pressemeldungen · Stand 21.04.2026
Dividenden-Tabelle: letzte 24 Monate monatlich
| Monat | Dividende je Aktie | Ex-Tag |
|---|---|---|
| Apr 2026 | $0,2690 | 01.04.2026 |
| Mär 2026 | $0,2685 | 01.03.2026 |
| Feb 2026 | $0,2685 | 01.02.2026 |
| Jan 2026 | $0,2680 | 02.01.2026 |
| Dez 2025 | $0,2680 | 01.12.2025 |
| Nov 2025 | $0,2680 | 01.11.2025 |
| Okt 2025 | $0,2675 | 01.10.2025 |
| Sep 2025 | $0,2675 | 01.09.2025 |
| Aug 2025 | $0,2670 | 01.08.2025 |
| Jul 2025 | $0,2665 | 01.07.2025 |
| Jun 2025 | $0,2665 | 02.06.2025 |
| Mai 2025 | $0,2655 | 01.05.2025 |
| Apr 2025 | $0,2650 | 01.04.2025 |
| Mär 2025 | $0,2640 | 03.03.2025 |
| Feb 2025 | $0,2640 | 03.02.2025 |
| Jan 2025 | $0,2635 | 02.01.2025 |
| Dez 2024 | $0,2635 | 02.12.2024 |
| Nov 2024 | $0,2635 | 01.11.2024 |
| Okt 2024 | $0,2630 | 01.10.2024 |
| Sep 2024 | $0,2630 | 03.09.2024 |
| Aug 2024 | $0,2625 | 01.08.2024 |
| Jul 2024 | $0,2625 | 01.07.2024 |
| Jun 2024 | $0,2625 | 03.06.2024 |
| Mai 2024 | $0,2620 | 01.05.2024 |
| Daten aus den monatlichen Dividendenbeschlüssen des Realty-Income-Board | ||
Die Dividenden-Policy ist einfach. Das Board bestätigt jeden Monat eine Ausschüttung und hebt die Dividende quartalsweise um etwa 0,05 Cent an. Die AFFO-Payout-Quote lag 2025 bei 75,2 Prozent. Das ist gesund: ausreichend Puffer für Wachstum, weit weg von der 90-Prozent-Schwelle, die bei vielen REITs wackelt. Der absolute Wachstumsmotor der Dividende ist allerdings gebremst, weil Verwässerung durch neue Aktien das AFFO-Wachstum pro Aktie drückt.
Cashflow-Deckung: AFFO gegen Dividendenlast (10 Jahre)
REIT-Version: AFFO statt Free Cashflow, weil AFFO die Branchen-Standardkennzahl für Dividenden-Deckung ist. Balken links: AFFO je Jahr. Balken rechts: Dividendenlast. Coverage-Ratio über jedem Paar. Rot, sobald Coverage unter 1,1x fällt.
Quelle: Realty Income 10-K Reports 2016–2025, eigene Berechnung · Stand 21.04.2026
Dividenden-Rendite-Historie: wo steht Realty Income heute
12 Jahre Rendite-Historie mit Mean ±1σ-Band. Höhere Rendite bedeutet günstigeren Einstieg. 2014 und 2015 waren mit 7,77 und 7,14 Prozent die klassischen Opportunitäts-Punkte. Aktuell 4,98 Prozent liegt UNTER dem Mean−1σ, also in der Teuer-Zone, nicht Fair.
Quelle: eodhd historische Kurse + Realty Income Dividendenhistorie · Stand 21.04.2026
Dividenden-Sicherheits-Score: 82 von 100
Der DSS ist ein Gesamt-Score aus sieben Punkten. Cashflow-Deckung, Bilanz, Ausschüttungsquote, Historie, Stabilität der Mieten, Wettbewerbsvorteil und Ausblick. Jeder Punkt bekommt 0 bis 100 Punkte, gewichtet nach Versicherer- bzw. REIT-Logik. Heraus kommt eine nachvollziehbare Einordnung, wie sicher die Dividende langfristig steht.
| Säule | Gewicht | Score |
|---|---|---|
| 1. Cashflow + FXAFFO-Coverage 1,33x, keine FX-Hebelung | 25 % | 85 |
| 2. BilanzRating A-/A3, Net Debt/EBITDA 5,5x (Ziel ≤6x) | 20 % | 80 |
| 3. Payout-TrendAFFO-Payout 75,2 %, stabil seit 10 Jahren | 15 % | 85 |
| 4. Dividenden-Historie113 Quartals-Erhöhungen, 32 Jahre ohne Kürzung | 15 % | 95 |
| 5. ErtragsstabilitätOccupancy 98,9 %, WALT 8,8 Jahre | 10 % | 90 |
| 6. Moat & ROICScale-Advantage, aber Net-Lease-Commodity | 10 % | 65 |
| 7. Forward + StrukturtrendSize-Problem bei $60 Mrd. Marktkap, Retail-Headwinds | 5 % | 50 |
| Composite | 100 % | 82 |
Triangulation gegen etablierte Dividenden-Sicherheits-Scores
| Simply Safe Dividends (implizit) | ~77 · Tier Safe |
| Morningstar Dividend Safety | Narrow Moat · Stable Outlook |
| Value Line Financial Strength | A (Äquivalent ~85) |
| Mein DSS v0.2 | 82 · Band 77–87 |
Konvergenz im Bereich 77–87. Keine substanzielle Diskrepanz zwischen meinem Modell und drei etablierten Frameworks. Externe Werte aus öffentlich dokumentierten Methodiken abgeleitet, nicht aus Premium-Abos.
Methodik-Caveat: Der DSS ist eine eigene Kennzahl nach Renditerezept-DSS-v0.2-Methodik, nicht mit Simply Safe Dividends oder Morningstar Safety identisch. Die Richtung stimmt, die genaue Ziffer variiert je nach Methodik.
Dividenden-Stresstest: Vier Krisen-Szenarien durchgerechnet
32 Jahre ohne Kürzung sind beeindruckend, aber kein Freifahrtschein. Ich rechne vier Stress-Szenarien durch, jeweils gegen die Realität 2025 (AFFO 3,89 Mrd Dollar, Dividenden-Auszahlungen 2,92 Mrd, Cashflow-Deckung 1,33-fach). Die Frage: Bleibt die Dividende auch in Krisen bezahlbar. Ohne dass die Ausschüttung auf nicht haltbare 100 Prozent springt?
Rote vertikale Linie markiert die aktuelle Dividenden-Last ($2,92 Mrd.). Jede Bar zeigt den gestressten AFFO. Bar-Farbe = Verdict. Coverage-Ratio rechts.
Bei einer typischen Rezession leiden Retail-Mieter (vor allem Dollar-Stores, Convenience). Historisch hat Realty Income in 2001, 2008 und 2020 Kürzungen vermieden, diesmal wäre der Puffer aufgebraucht. Die Dividende wäre aus AFFO exakt gedeckt, ohne Restbetrag für Akquisitionen.
Wenn US-Treasury auf 6 Prozent steigt und 20 Prozent der Schulden refinanziert werden müssen, kommen $176 Mio. zusätzliche Zinskosten obendrauf. Das ist unangenehm, aber verkraftbar. Coverage bleibt über 1,20x, die Dividende läuft weiter.
Walgreens reduziert Filialen, Big Lots ist bereits insolvent, Joann schließt, Family Dollar schwach. Wenn eine breitere Welle durch die Top 20 rollt, sinkt Occupancy von 98,9 auf 94 Prozent. AFFO fällt um 8 Prozent. Bezahlbar, aber ohne Wachstums-Puffer.
Wenn beides gleichzeitig passiert (mit 80 Prozent Overlap-Faktor, weil sich die Effekte teilweise überschneiden), fällt Coverage unter 1,00x. Die Dividende ist nicht mehr voll aus AFFO gedeckt. Erfahrungsgemäß würde das Management dann die Ausschüttung einfrieren, nicht kürzen.
Drei von vier Szenarien überstehen den Stress-Test, aber S4 (Rezession und Retail-Welle gleichzeitig) unterschreitet 1,00x Coverage. Das ist der realistische Krisenfall, nicht eine Randbedingung. Für einen REIT mit 32 Jahren ohne Kürzung ist das Warning-Level, nicht Alarm. Die Dividende bleibt wahrscheinlich, aber Kürzungs-Schutz ist kein Automatismus mehr. Wer auf Realty Income als Cashflow-Baustein setzt, sollte nicht mehr als 3 bis 5 Prozent Depot-Gewicht einsetzen und das Rezessions-Risiko ernst nehmen.
Methodik-Hinweis: Die Szenarien sind Annahmen, keine Prognosen. AFFO-Sensitivitäten stammen aus historischen Krisen (2001, 2008, 2020). Die 80-Prozent-Overlap-Annahme in S4 folgt der Renditerezept-DST-v0.2-Methodik. Das Modell unterschätzt aktive Gegenmaßnahmen wie Dispositions oder Equity-Raises, die Realty Income in der Vergangenheit eingesetzt hat.
Vergleich: Realty Income gegen die Konkurrenz
Realty Income allein zu bewerten bringt wenig. Hier der direkte Vergleich mit vier passenden Konkurrenten: W. P. Carey (breiter aufgestellter Net-Lease-Konzern), Agree Realty (gilt als teuerster Top-Performer), National Retail Properties (reiner Einzelhandels-Konkurrent) und STAG Industrial (reine Industrie-Alternative ohne Einzelhandel).
5 Jahre Wertentwicklung im Vergleich (2021 = 100)
Vergleichs-Index ist der Vanguard Real Estate ETF (VNQ), nicht der S&P 500. Das ist die ehrliche Messlatte für einen US-Immobilien-Konzern. Realty Income (O) liegt im Mittelfeld der Net-Lease-Konkurrenten, schlägt aber den breiten Immobilien-Sektor.
Quelle: eodhd Total-Return-Index (Brutto, mit reinvestierten Dividenden, vor Steuer) · Stand 21.04.2026
| Kennzahl | Realty Income (O) | W.P. Carey (WPC) | Agree Realty (ADC) | National Retail (NNN) | STAG Industrial |
|---|---|---|---|---|---|
| Kurs | $64,92 | $62 | $76 | $43 | $36 |
| Div-Rendite | 4,98 % | 5,7 % | 4,1 % | 5,5 % | 4,3 % |
| Price/AFFO | 15,2x | 14x | 19x | 13x | 15x |
| Marktkap | $60,5 Mrd. | $14 Mrd. | $8 Mrd. | $8 Mrd. | $7 Mrd. |
| WALT | 8,8 J | 12 J | 8 J | 10 J | 4,5 J |
| Credit Rating | A- | BBB+ | BBB | BBB+ | BBB |
Was die Tabelle zeigt: Agree Realty ist mit Preis-zu-AFFO 19 die teuerste Aktie der Gruppe. Der Markt rechnet hier mit überdurchschnittlichem Wachstum, weil das Unternehmen kleiner ist und mehr Zukauf-Möglichkeiten hat. W. P. Carey zahlt die höchste Dividende bei längsten Mietverträgen, ist aber günstiger bewertet, weil die Firma gerade ihr Bürogeschäft abwickelt. National Retail ist im Prinzip der günstige Zwilling von Realty Income mit ähnlichem Einzelhandels-Fokus. STAG Industrial ist die reine Industrie-Alternative ohne Einzelhandel. Realty Income liegt in der Mitte: beste Bilanz (A-), größte Größe, aber keine Bewertungs-Prämie und nicht die höchste Dividende.
Renditerezept Newsletter
Keine feste Frequenz. Nur wenn ich kaufe, verkaufe, eine neue Analyse veröffentliche oder den Markt einordne. Kein Wochen-Takt, kein Füller.
EintragenDie Chancen: Drei Treiber für die nächsten fünf Jahre
1. Die stärkste Dividenden-Geschichte unter den Net-Lease-Konzernen. Monats-Dividende, 113 Quartale in Folge erhöht, A-Rating bei beiden großen Ratingagenturen. Kein anderer Immobilien-Konzern bringt diese drei Sachen zusammen. Für Anleger, die auf monatliches Geld angewiesen sind. Zum Beispiel im Ruhestand. Ist Realty Income die erste Adresse. Auch in Rezessionen wurde in 32 Jahren nicht ein einziges Mal gekürzt. Das ist selten und rechtfertigt eine Bewertungs-Prämie in der Branche.
2. Cashflow wächst weiter. Trotz Kurs-Flaute. 2025 stieg der AFFO um 7,3 Prozent auf 3,89 Milliarden Dollar. Die Dividende verschluckt davon nur 75,2 Prozent. Bleibt also ein Polster von knapp einer Milliarde Dollar pro Jahr für Zukäufe oder Schuldenabbau. Wenn die Zinsen in den nächsten zwei Jahren fallen, werden die heute eingekauften Immobilien (mit 7 Prozent Mietrendite) plötzlich richtig wertvoll, weil die Refinanzierung dann viel günstiger wird. Diese Chance steckt aktuell nicht im Kurs.
3. Europa als zweites Standbein. Rund 19 Prozent des Portfolios liegen in Großbritannien und acht EU-Ländern. Die Zinszyklen dort laufen nicht parallel zu den USA. Wenn die US-Zinsen hoch bleiben, kann Realty Income mit niedrigeren EZB-Zinsen drüben günstiger zukaufen. Realty Income ist der einzige US-Net-Lease-Konzern mit nennenswerter EU-Präsenz. National Retail und Agree Realty sind rein US.
Die ehrlichen Risiken (5 Punkte, die keiner gerne ausspricht)
1. Zinsen sind das größte Kursrisiko. Realty Income hat 29,3 Milliarden Dollar Schulden, also 5,5-fachen Cashflow. Wenn die Fed nicht senkt, bleiben die Refinanzierungs-Kosten hoch. Jede auslaufende Anleihe muss zu 5 bis 6 Prozent statt früher 3 bis 4 Prozent neu aufgenommen werden. Jeder Prozentpunkt mehr drückt den AFFO um rund 2 Prozent. Die Aktie bewegt sich gegenläufig zur US-Anleihezins: jeder US-Zinsschritt nach oben ist direkter Gegenwind.
2. Realty Income ist zu groß geworden. Bei 60 Milliarden Dollar Marktwert muss die Firma jedes Jahr für mindestens 10 Milliarden Dollar zukaufen, nur um ihr historisches Wachstum zu halten. Aber: Die Anzahl an „Top-Mieter mit Mietrendite 7 Prozent" ist begrenzt. Je größer Realty Income wird, desto mehr muss sie bei zweitklassigen Deals oder zu niedrigeren Mietrenditen kaufen. Der AFFO pro Aktie wuchs 2025 nur noch um 2,1 Prozent, und das wird sich eher verfestigen als bessern.
3. Einzelhandels-Lastigkeit bei wackelnden Mietern. 79 Prozent des Portfolios sind Einzelhandel. Walgreens (3,1 % der Mieten) schließt bis 2027 rund 1.200 US-Filialen, Dollar Tree kämpft mit Margen-Druck, Family Dollar wird teilweise abgestoßen. Realty Income trifft das nicht sofort, weil Filial-Schließungen die Mietverträge meistens nicht vorzeitig kündigen. Aber: Das Risiko leerstehender Objekte nach Vertragsende steigt, und die Wieder-Vermietungs-Quote ist 2025 auf 102 Prozent der alten Miete gefallen (historisch 104 bis 108 Prozent).
4. Schlechter als Branche und Markt. Die offiziellen Zahlen aus dem Geschäftsbericht: Wer am 31.12.2020 je 100 Dollar in Realty Income, den US-REIT-Index und den S&P 500 gesteckt hat, steht heute bei 120 Dollar (Realty Income), 127 Dollar (REIT-Index) und 196 Dollar (S&P 500). Realty Income hinkt der eigenen Branche hinterher und liegt fast 80 Prozentpunkte unter dem breiten Markt. Das ist kein Zufall, sondern die Folge der Größe plus der Zins-Sensitivität (siehe oben).
5. Kein Polster für eine harte Rezession. 75 Prozent vom AFFO als Dividende auszuzahlen klingt solide. Aber: Der bilanzielle Gewinn pro Aktie liegt nur bei 1,17 Dollar. Ausgeschüttet werden 3,24 Dollar. Bei einer harten Rezession müsste Realty Income entweder neue Aktien rausgeben (verwässert die Aktionäre) oder Schulden aufnehmen (mehr Risiko). Klassische Dividenden-Aristokraten wie Procter & Gamble oder Johnson & Johnson haben Polster vom 2- bis 3-fachen bilanziellen Gewinn. Realty Income hat das auf Cashflow-Basis (AFFO), auf Gewinn-Basis nicht.
Bewertung: Was die Aktie aktuell wert ist
Damit du meine Einschätzung nicht einfach glauben musst, rechne ich jede Annahme offen durch. Erst die Renditeforderung des Marktes, dann drei Szenarien mit klaren Wachstums- und KGV-Annahmen. Daraus der faire Wert.
Was der Markt für das Risiko verlangt
Realty Income ist ein defensiver Immobilien-Konzern mit Beta 0,80. Schwankt also 20 Prozent weniger als der Markt. Das senkt die Renditeforderung, aber nicht so stark wie bei einem Versicherer mit Beta 0,65.
Risikoloser Zins aus 10-jähriger US-Treasury, Stand April 2026. Marktrisikoprämie als historische Überrendite des S&P 500 gegenüber US-Staatsanleihen (Damodaran, USA). Beta aus 5-Jahres-Regression gegen den S&P 500. Für einen US-REIT sind USD-basierte Parameter der saubere Ansatz.
Drei Szenarien, jede Annahme offengelegt
Ich rechne über 10 Jahre (bis 2035): AFFO-Wachstum pro Aktie → AFFO pro Aktie 2035 → KGV mal AFFO 2035 = Kurs 2035. Dazu die kumulierten Dividenden über 10 Jahre (netto nach 26,375 Prozent deutscher Kapitalertragsteuer). Beides wird mit 8,65 Prozent Renditeforderung auf heute zurückgerechnet.
Als Ausgangspunkt: Aktuell wächst der AFFO pro Aktie um 2,1 Prozent (2024 zu 2025). Das Basis-Szenario nimmt 2,5 Prozent an, also nah an der Realität. Optimistisch heißt: Zinsen sinken, Zukäufe werden wieder rentabler. Pessimistisch: Wachstum wird durch die Größe weiter gebremst, dazu kommen Mieter-Ausfälle.
| Parameter | Pessimistisch | Basis | Optimistisch |
|---|---|---|---|
| AFFO-Wachstum p.a. | 1,0 % | 2,5 % | 4,5 % |
| AFFO/Share 2035 | $4,72 | $5,48 | $6,65 |
| Dividenden-Wachstum p.a. | 2,0 % | 2,5 % | 4,0 % |
| Dividende 2035/Aktie | $3,95 | $4,15 | $4,80 |
| Payout-Quote 2035 | 84 % | 76 % | 72 % |
| Terminal Price/AFFO | 12x | 14x | 17x |
| Kurs 2035 | $57 | $77 | $113 |
| Summe Dividenden 10J netto (KEst) | $25,3 | $26,7 | $29,8 |
| Gesamt-Rückfluss (Kurs + Div) | $82 | $104 | $143 |
| Fairer Wert heute (8,65 % diskont.) | $54 | $60 | $77 |
| Auf-/Abschlag vs. $64,92 | +20 % teuer | +8 % leicht teuer | -16 % billig |
| Erwartete Rendite p.a. (Kauf heute) | 2,4 % | 4,9 % | 8,2 % |
Woher die Annahmen kommen
Pessimistisch rechnet damit, dass US-Zinsen hoch bleiben, Realty Incomes Refi-Kosten systematisch steigen und Retail-Schließungen bei Walgreens, Dollar Tree und anderen die Mieten drücken. AFFO-Wachstum pro Aktie fällt auf 1 Prozent, nahe der aktuellen 2,1-Prozent-Realität, weil Verwässerung und Cap-Rate-Kompression die absolute Wachstumsrate auffressen. Terminal Price/AFFO de-ratet auf 12x wie bei strukturell schrumpfenden REITs.
Basis ist mein persönlicher Erwartungswert. 3,5 Prozent AFFO-Wachstum entspricht dem 10-Jahres-Durchschnitt. Dividenden-Wachstum 3,5 Prozent p.a. ist ambitioniert gegenüber aktuellen 2 Prozent, aber erreichbar, wenn die Fed 2026 und 2027 senkt und Refi-Spielraum zurückkommt. Terminal Price/AFFO 15x entspricht dem 10-Jahres-Median. Payout-Quote bleibt stabil bei 76 Prozent.
Optimistisch setzt voraus, dass die Zinsen deutlich fallen und Realty Income das Akquisitions-Umfeld ausnutzt. AFFO-Wachstum steigt auf 5,5 Prozent p.a., getrieben von EU-Expansion und Industrial-Zukäufen mit höheren Cap Rates. Payout-Quote sinkt auf 72 Prozent, weil der AFFO schneller wächst als die Dividende. Terminal Price/AFFO 17x, weil der Markt wieder Zuflucht in Qualitäts-Dividenden-REITs sucht.
Diskontiert mit 8,65 % Eigenkapitalkosten · aktueller Kurs $64,92
Wie du Realty Income konkret kaufst
Realty Income wird in den USA an der NYSE gehandelt, ist aber bei jedem deutschen Broker verfügbar. Deutsche WKN: 899744, ISIN US7561091049. An der Börse Frankfurt kannst du in Euro kaufen. Der Kurs folgt aber dem US-Dollar-Kurs, der Euro-Preis ist nur umgerechnet.
Wo du Realty Income kaufen kannst: Bei Trade Republic, Scalable Capital und Comdirect kannst du Realty Income einzeln ab 1 Euro Ordergebühr kaufen. Einen Sparplan bieten aktuell Scalable Capital, Comdirect und Consorsbank an (ab 1 Euro pro Ausführung, monatlich oder quartalsweise). Trade Republic hat die Aktie auch im Sparplan. Manchmal mit Pausen. Bei ING oder DKB läuft meist nur der Einzelkauf.
Steuer-Setup in 3 Minuten: Weil Realty Income ein US-Konzern ist, behalten die USA 30 Prozent Quellensteuer von der Dividende ein. Mit ausgefülltem W-8BEN-Formular sinkt das auf 15 Prozent, und die werden in Deutschland auf die Abgeltungssteuer (26,375 Prozent) angerechnet. Alle deutschen Broker füllen W-8BEN beim Eröffnen des Depots automatisch aus. Du musst nichts tun außer einmal bestätigen. Von jedem ausgezahlten Dollar bleiben dir netto etwa 73,6 Cent.
Umrechnung: Bei einem Kurs von 1,08 Dollar pro Euro entsprechen 64,92 Dollar rund 60 Euro. Eine Dividende von 3,24 Dollar pro Jahr sind etwa 3,00 Euro brutto. Nach deutschen Steuern bleiben rund 2,21 Euro netto pro Aktie und Jahr. Wer 100 Euro pro Monat in Realty Income spart, kauft etwa 1,67 Aktien pro Monat. Nach 12 Monaten kommt eine Netto-Dividende von rund 3,70 Euro pro Monat rein. Realität: Nichts, womit du in Rente gehen kannst, aber ein stabiler Baustein in einem breit gestreuten Dividenden-Depot.
Mein persönliches Fazit
Ich habe Respekt vor Realty Income. 659 Monate ohne Ausfall, 113 Quartale in Folge erhöht, A-Rating, 98,9 Prozent Belegung. Das schafft kein anderer US-Immobilien-Konzern. Bei der Dividende ist Realty Income Weltklasse.
Was mich aktuell zögern lässt: Bei 64,92 Dollar ist die Aktie leicht teuer, kein Schnäppchen. 5,1 Prozent erwartete Rendite pro Jahr ist für einen Dividenden-REIT ok. Aber wenn ich mit US-Staatsanleihen risikolos schon 4,25 Prozent bekomme, ist mir der Aufschlag fürs Aktien-Risiko zu klein.
Meine Einordnung: Beobachten, nicht kaufen. Mein Einstiegs-Trigger liegt bei 58 Dollar. Das wären 5,6 Prozent Dividende, ein Preis-zu-AFFO von 13,5 und über 7 Prozent erwartete Rendite pro Jahr. Da würde ich direkt einsteigen. Bis dahin läuft mein Sparplan auf breit gestreute Dividenden-ETFs weiter. Realty Income ist dort sowieso enthalten.
Wer monatliche Dividende sucht und das Größen-Risiko akzeptiert: Realty Income zu 65 Dollar ist kein Fehler, nur kein Schnäppchen.
Ich halte keine direkte Position in der Realty-Income-Aktie. Über meine Quality-Dividend-ETFs (WisdomTree Global Quality Dividend Growth, IE00BZ56RN96; L&G Global Quality Dividends, IE0005AJA0P1) bin ich möglicherweise indirekt beteiligt, sofern die Aktie im jeweiligen Index enthalten ist. Diese Analyse wurde nicht von Realty Income, einem Broker oder einem Affiliate-Partner beauftragt.
32 J nie gekürzt · Payout 75 %
Yield 4,98 % · DGR 2 %
Fair Value ~$63
Fair bewertet, kein Schnäppchen. Monatliche Dividende mit 32-Jahre-Track-Record, aber AFFO-Wachstum pro Aktie nur 2,1 Prozent wegen Verwässerung und Size-Problem. Einstieg bei $58 (Yield 5,6 %) wird attraktiv.
- Stärken
- A-/A3-Rating · 32 Jahre nie gekürzt · 113 Q-Erhöhungen
- 98,9 % Occupancy · WALT 8,8 J · 15.511 Immobilien
- AFFO +7,3 % YoY · Payout 75 % · EU-Diversifikation
- Risiken
- Size-Problem · AFFO/Share nur +2,1 % YoY
- Zins-Sensitivität · $29,3 Mrd Net Debt · 5,5x EBITDA
- Unter-Performance vs S&P 500 · +20 % in 5J (S&P +96 %)
↓ die Fragen, die am häufigsten gegoogelt werden
Realty Income Aktie: Häufige Fragen
Hat Realty Income Zukunft?
Ja, das Geschäftsmodell trägt. 15.511 Immobilien, 98,9 Prozent Belegung, 8,8 Jahre Restlaufzeit der Verträge und ein A-Rating bei beiden großen Agenturen. Das gibt stabile Mieten. 2025 stieg der AFFO um 7,3 Prozent auf 3,89 Milliarden Dollar. Das Problem ist nicht die Zukunft, sondern die Größe: Bei 60 Milliarden Marktwert müssen jedes Jahr Zukäufe für mindestens 10 Milliarden gemacht werden, nur um das alte Wachstum zu halten. Die Aktie bleibt ein defensiver Dividenden-Wert, keine Rallye-Aktie.
Ist Realty Income seriös?
Ja. Realty Income ist seit 1994 an der NYSE notiert, hat 659 Mal in Folge eine Monatsdividende gezahlt und 113 Quartale in Folge erhöht. Die Aktie ist im S&P 500. Mit Top-Bonität bei beiden großen Ratingagenturen (A- bei S&P, A3 bei Moody's). Eine von neun Immobilien-Aktien weltweit, die gleichzeitig im S&P 500 und im Dividend-Aristocrats-Index stehen. In 32 Jahren nicht eine einzige Kürzung. Auch nicht während Corona.
Wie hoch ist die Dividende von Realty Income?
Stand April 2026 zahlt Realty Income 0,27 Dollar pro Aktie und Monat, also 3,24 Dollar auf das Jahr. Bei einem Kurs von 64,92 Dollar sind das 4,98 Prozent Dividende. Ausgezahlt wird jeden Monat, nicht quartalsweise. Für deutsche Anleger ziehen Broker 26,375 Prozent Kapitalertragsteuer plus Soli ab. Dazu kommen 15 Prozent US-Quellensteuer, die in Deutschland angerechnet werden.
Ist Realty Income eine gute Aktie zum Investieren?
Kommt auf dein Ziel an. Für Dividenden-Anleger mit Fokus auf monatliches Geld ist Realty Income eine der verlässlichsten Adressen. Aber: Die Aktie hat in 5 Jahren nur 20 Prozent zugelegt. Der S&P 500 dagegen 96 Prozent. Wer auf Kursgewinne hofft, ist hier falsch. Mit unter 5 Prozent Dividende und einem Preis-zu-AFFO von 15,2 ist die Aktie bei 65 Dollar nicht günstig. Mein Trigger-Preis für einen Einstieg liegt bei 58 Dollar.
Wird Realty Income in Euro oder Dollar gezahlt?
Die Dividende kommt in US-Dollar. Dein deutscher Broker rechnet den Betrag zum aktuellen Wechselkurs in Euro um und schreibt das aufs Konto. Bei 0,27 Dollar Monatsdividende und einem Wechselkurs von 1,08 Dollar pro Euro sind das rund 0,25 Euro pro Aktie und Monat. Vor Steuer. Der Wechselkurs ist ein zusätzliches Risiko: Schwacher Dollar = weniger Euro-Dividende, starker Dollar = mehr.
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Hinweis: Dies ist meine persönliche Einschätzung und keine Anlageempfehlung. Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Anlageberatung im Sinne des §34f GewO dar. Ich kann Positionen in den besprochenen Aktien halten. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Informiere dich immer selbst, bevor du investierst.
Datenquellen: Kurs- und Fundamentaldaten via yfinance, Stand 21. April 2026. 10-K-Kennzahlen aus Realty Income Corporation Form 10-K FY 2025 (SEC-Einreichung Februar 2026). Peer-Daten aus den jeweiligen Q4-2025-Meldungen der Unternehmen.