Jeden Monat Geld aufs Konto, ganz ohne zu arbeiten. Genau das versprechen Suchergebnisse, wenn du "monatlich ausschüttende ETF" eingibst. Die Realität ist nüchterner, und ich sage dir gleich am Anfang, warum: Im UCITS-Raum, also bei den ETFs, die du als deutscher Anleger überhaupt kaufen darfst, gibt es aktuell genau einen echten Dividenden-ETF, der monatlich auszahlt.[1]
Alles andere, was monatlich Geld überweist, sind Covered-Call-Fonds. Die zahlen oft 7, 9 oder über 11 Prozent im Jahr, klingen also viel besser. Nur ist diese Ausschüttung keine Dividende, sondern verkaufte Optionsprämie, und du bezahlst sie mit gedeckelter Kursrendite. Diesen Unterschied versteht kaum eine Vergleichsliste, deshalb schreibe ich diesen Beitrag.
Ich halte einen der ETFs aus dieser Liste selbst im Depot, der monatliche Geldeingang landet also real auf meinem Konto. Ich gehe jeden Kandidaten mit ISIN, Kosten und ehrlichem Risiko durch, zeige dir an echten Kursdaten, was die hohe Ausschüttung wirklich kostet, und rechne am Ende vor, wie viel Kapital du für 1.000 Euro im Monat brauchst.
| ETF | Typ | ISIN | TER | Ausschüttung p.a. |
|---|---|---|---|---|
| L&G Global Quality Dividends | echte Dividende | IE0005AJA0P1[6] | 0,29 % | ~3,9 % |
| JPM Global Equity Premium Income (JEPG) | Covered Call | IE0003UVYC20[4] | 0,35 % | ~7,1 % |
| JPM Nasdaq Equity Premium Income (JEPQ) | Covered Call | IE000U9J8HX9[5] | 0,35 % | ~10,2 % |
| Global X Nasdaq 100 Covered Call | Covered Call | IE00BM8R0J59[7] | 0,45 % | ~11,3 % |
| Global X S&P 500 Covered Call | Covered Call | IE0002L5QB31[7] | 0,45 % | ~9,5 % |
Kurz erklärt: die wichtigsten Begriffe
- Ausschüttend: der ETF zahlt dir Erträge aufs Konto. Das Gegenteil ist thesaurierend, da bleiben die Erträge im Fonds und werden wieder angelegt.
- Ausschüttungsrendite: die Summe der Auszahlungen eines Jahres geteilt durch den Kurs. Nicht zu verwechseln mit der Gesamtrendite, die auch den Kursgewinn enthält.
- Dividendenrendite: die jährliche Dividende geteilt durch den Kurs, in Prozent. Wichtig bei Covered-Call-ETFs: deren hohe Ausschüttung ist überwiegend Optionsprämie und nur zu einem kleinen Teil echte Dividende, die Dividendenrendite liegt also weit unter der Ausschüttungsrendite.
- Covered Call: der Fonds hält Aktien und verkauft darauf Kaufoptionen. Er kassiert sofort eine Prämie, gibt im Gegenzug aber die Kursgewinne oberhalb eines Schwellenwerts ab.
- Optionsprämie: das Geld, das der Käufer einer Option zahlt. Beim Covered-Call-ETF ist sie die Hauptquelle der hohen Ausschüttung.
- TER (p.a.): die laufende Jahresgebühr des ETF in Prozent.
- Teilfreistellung: bei Aktien-ETFs bleiben 30 Prozent der Erträge steuerfrei. Ob das bei einem Covered-Call-ETF voll greift, hängt von der Aktienquote des Fonds ab.
- Replikation: wie der ETF seinen Index nachbaut. "Physisch" heißt echte Aktien, "synthetisch" über einen Tauschvertrag (Swap) mit einer Bank.
- UCITS: der EU-Rechtsrahmen für Fonds. Nur UCITS-ETFs darfst du als Privatanleger in Deutschland normal kaufen.
↓ erst die unbequeme Wahrheit
Die ehrliche Wahrheit über monatliche ETFs
Die meisten UCITS-ETFs schütten gar nicht monatlich aus. Der Standard sind vier Termine im Jahr, viele zahlen sogar nur einmal jährlich, und die thesaurierenden legen die Erträge ganz ohne Auszahlung wieder an. Ein iShares Core MSCI World oder ein Vanguard FTSE All-World, die meistgekauften Welt-ETFs überhaupt, überweisen quartalsweise.[2] Der Grund ist banal: Unternehmen zahlen ihre Dividenden über das Jahr verteilt, ein Fonds bündelt das und reicht es in Tranchen weiter. Zwölf Auszahlungen im Jahr sind operativ aufwändiger und für die langfristige Rendite völlig egal.
Finanztip hat das im Januar 2026 nachgezählt, als der erste echte monatliche Dividenden-ETF auf den deutschen Markt kam: monatlich ausschüttende UCITS-Aktien-ETFs sind die absolute Ausnahme, fast alles zahlt jährlich oder quartalsweise.[1] Wenn du also auf eine lange Liste echter Dividenden-ETFs mit monatlicher Zahlung hoffst, muss ich dich enttäuschen. Es gibt sie nicht.
Was es stattdessen gibt, sind zwei sehr unterschiedliche Töpfe. Im ersten steht ein einziger Fonds, der klassische Aktiendividenden sammelt und monatlich weiterreicht. Im zweiten stehen die Covered-Call-ETFs, die monatlich auszahlen, ihr Geld aber zum großen Teil aus verkauften Optionen ziehen statt aus Dividenden. Beide landen in derselben Google-Suche, sind aber grundverschiedene Produkte mit grundverschiedenem Risiko. Genau diese Trennung machen die meisten Listen nicht, und genau daran scheitern Anleger.
Kategorie A: der eine echte Dividenden-ETF
L&G Global Quality Dividends UCITS ETF (USD Dist)
Das ist der Fonds, von dem ich oben gesprochen habe, und der einzige seiner Art. Er bildet einen Quality-Dividend-Index ab, also weltweite Unternehmen mit stabilen, idealerweise wachsenden Dividenden und solider Bilanz, und zahlt die gesammelten Dividenden Monat für Monat aus. Die laufende Gebühr von 0,29 Prozent ist für ein aktiv anmutendes Konzept fair, die Ausschüttungsrendite lag zum Start bei rund 3,9 Prozent.[6]
Ich halte diesen ETF selbst, er ist die zweitgrößte Position in meinem Live-Depot. Die monatliche Zahlung ist angenehm regelmäßig, das gebe ich offen zu. Aber ich kaufe ihn wegen seiner Quality-Dividend-Strategie, nicht wegen des Monatsrhythmus. Der Rhythmus ist ein nettes Extra, kein Kaufgrund.
Und es gibt einen ehrlichen Haken, den auch Finanztip betont: Der Fonds ist erst seit Januar 2026 am Markt, hat also noch keine sechs Monate Historie. Mit rund 960 Titeln streut er enger als ein klassischer Welt-Dividenden-Index mit 1.400 Werten und mehr, und das Fondsvolumen war zum Start mit etwa 175 Millionen Euro noch klein.[1] Nichts davon ist ein Ausschlusskriterium, aber wer auf eine lange, geprüfte Erfolgsbilanz Wert legt, sollte das wissen. Ich beobachte, ob das Volumen weiter wächst, denn sehr kleine Fonds werden manchmal wieder geschlossen.
Kategorie B: Covered-Call-ETFs (keine Dividende)
Jetzt zu den Fonds, die mit 7 bis über 11 Prozent locken. Bevor ich sie einzeln aufliste, musst du verstehen, woher dieses Geld kommt, sonst kaufst du eine Rendite, die du falsch verstehst.
Ein Covered-Call-ETF hält ganz normale Aktien, zum Beispiel den S&P 500 oder den Nasdaq 100. Zusätzlich verkauft er auf diese Aktien Kaufoptionen und kassiert dafür sofort eine Prämie. Diese Prämie wird zur monatlichen Ausschüttung. Der Preis dafür: Steigt der Markt stark, gibt der Fonds die Kursgewinne oberhalb des vereinbarten Schwellenwerts an den Optionskäufer ab. Du bekommst also hohe laufende Zahlungen und verzichtest im Gegenzug auf einen Großteil der Kurschancen. Im Fachjargon heißt das gedeckelte Aufwärtsbewegung. Das Handelsblatt beschreibt den Boom dieser Fonds nüchtern: Anleger tauschen einen Teil ihrer möglichen Kursgewinne gegen sofortiges Einkommen ein.[3]
Heißt im Klartext: Die hohe Ausschüttungsrendite ist keine Dividende. Sie ist verkaufte Chance. In einem seitwärts laufenden Markt funktioniert das gut, in einer starken Hausse, also einem stark steigenden Markt, bleibst du dramatisch zurück, wie gleich der Chart zeigt.
Noch ein Punkt, den viele übersehen: Reicht die Optionsprämie in einem schwachen Jahr nicht aus, schüttet so ein Fonds einen Teil deines eigenen Kapitals wieder an dich aus (englisch Return of Capital). Du bekommst dann zwar weiter jeden Monat Geld, aber es ist teils nur dein eigenes zurück, und genau das drückt zusätzlich auf den Fondskurs. Mit diesem Wissen sind die folgenden vier Fonds eine ehrliche Option für jemanden, der bewusst Einkommen über Wachstum stellt.
| Covered-Call-ETF | ISIN | TER | Aussch. p.a. | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| JPM Global Equity Premium Income (JEPG) | IE0003UVYC20 | 0,35 % | ~7,1 %[4] | aktiv, global gestreut, das UCITS-Pendant zu JEPI |
| JPM Nasdaq Equity Premium Income (JEPQ) | IE000U9J8HX9 | 0,35 % | ~10,2 %[5] | aktiv, Nasdaq-100-Basis, rund 52 % Tech |
| Global X Nasdaq 100 Covered Call | IE00BM8R0J59 | 0,45 % | ~11,3 %[7] | passiv, synthetisch, schreibt Optionen am Geld |
| Global X S&P 500 Covered Call | IE0002L5QB31 | 0,45 % | ~9,5 %[7] | passiv, synthetisch, kleineres Fondsvolumen |
Zwei Muster fallen auf. Erstens steigt die Ausschüttung mit der Aggressivität der Optionsstrategie: Der Global X auf den Nasdaq 100 schreibt seine Optionen direkt am Geld, also auf Höhe des aktuellen Kurses, und holt damit die höchste Prämie heraus, gibt aber auch fast jede Kurschance ab. Zweitens sind die beiden JPMorgan-Fonds aktiv gemanagt und global breiter aufgestellt, die Global-X-Fonds bilden stur einen Buy-Write-Index ab und replizieren synthetisch über einen Swap. Der Global X auf den S&P 500 war mit rund 151 Millionen Euro zudem der kleinste im Feld, ein Punkt, den ich bei Nischenprodukten immer im Auge behalte.[7]
Was die hohe Ausschüttung wirklich kostet
Theorie ist schön, Zahlen sind besser. Weil die UCITS-Covered-Call-Fonds dafür zu jung sind, nehme ich das US-Original mit langer Historie: den Global X Nasdaq 100 Covered Call (QYLD) gegen den reinen Nasdaq 100 (QQQ). Die UCITS-Variante in der Tabelle oben fährt dieselbe Buy-Write-Strategie. Replikation, Währung und Steuerwrapper weichen ab, sie wird also nicht zu 100 Prozent gleich laufen, aber das Grundmuster der gedeckelten Rendite gilt für beide. Beide Linien starten 2015 bei 100 und enthalten alle reinvestierten Ausschüttungen, es ist also die faire Gesamtrendite.
Beide rebasiert auf 100 zum Start. Gesamtrendite (Kurs plus reinvestierte Ausschüttungen), in USD.
Der Preis der hohen Ausschüttung: Aus 10.000 Euro wurden im reinen Nasdaq 100 rund 76.000 Euro, im Covered-Call-Fonds nur rund 26.000 Euro. Beide zahlten brav aus, aber der Covered-Call-Anleger ließ über 50.000 Euro Gesamtrendite liegen. Das ist diese eine Tech-Dekade, kein Naturgesetz.
Quelle: Global X Nasdaq 100 Covered Call (QYLD) gegen Invesco QQQ, Gesamtrendite USD, Januar 2015 bis Juni 2026, eigene Berechnung auf Basis täglicher Schlusskurse (adjusted close).[8]
Bis etwa 2019 laufen beide Linien fast deckungsgleich. Solange der Markt seitwärts oder moderat steigt, hält die Optionsprämie den Covered-Call-Fonds dicht am Index, und die hohe Ausschüttung sieht wie ein Gratis-Bonus aus.
Ab 2020 öffnet sich die Schere brutal. Jede starke Tech-Rally wird beim Covered-Call-Fonds an der Decke abgeschnitten, die Kursgewinne wandern zum Optionskäufer. Genau in den Jahren, in denen man am meisten verdienen konnte, war der Einkommens-Anleger gedeckelt.
Die Lehre ist nicht "Covered Call ist Müll". Die Lehre ist: Eine zweistellige Ausschüttung ist kein Geschenk, sondern ein Tausch. Wer das Geld jetzt zum Leben braucht, kann den Tausch bewusst eingehen. Wer noch ansparen will, verschenkt damit den größten Hebel, den er hat.
Die clevere Alternative: Quartalszahler staffeln
Es gibt einen Weg zu zwölf Auszahlungen im Jahr, der ohne Optionswetten auskommt: drei normale, ausschüttende Welt- oder Dividenden-ETFs, deren Quartalstermine sich versetzen. Zahlt Fonds A im Januar, April, Juli und Oktober, Fonds B im Februar, Mai, August und November, Fonds C im März, Juni, September und Dezember, hast du faktisch jeden Monat einen Geldeingang, ohne auf Kursrendite zu verzichten.
Das ist kein fertiges Produkt, sondern Eigenbau, und es hat zwei kleine Haken. Erstens musst du die Ausschüttungstermine der ETFs vorher prüfen, sie stehen in jedem Factsheet. Zweitens hältst du drei Positionen statt einer, was das Depot minimal unübersichtlicher macht. Dafür bekommst du echte, breit gestreute Aktiendividenden im Monatsrhythmus, ohne gedeckelte Aufwärtsbewegung. Für die meisten, die einfach nur "jeden Monat etwas aufs Konto" wollen, ist das der ehrlichere Weg als ein Covered-Call-Fonds.
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Jetzt die Frage, die fast keine Liste stellt: Solltest du überhaupt auf monatliche Ausschüttung optimieren? Für den reinen Vermögensaufbau lautet die ehrliche Antwort meistens nein. Finanztip argumentiert, dass Dividendenstrategien einen breiten, thesaurierenden Welt-ETF beim langfristigen Vermögensaufbau in der Regel nicht schlagen.[1] Jede Ausschüttung, die du erhältst, wurde dir aus dem Kurs abgezogen und löst in der Ansparphase Steuern aus, die du sonst hättest aufschieben können. Der Monatsrhythmus fühlt sich gut an, kostet aber Zinseszins.
Sinnvoll wird monatliches Einkommen vor allem in der Entnahmephase. Wer von seinem Depot lebt, etwa im Ruhestand, dem hilft ein regelmäßiger Geldeingang, der die festen Kosten deckt, ohne dass er ständig Anteile verkaufen muss. Auch psychologisch kann es helfen: Wer den sichtbaren Cashflow braucht, um dranzubleiben und nicht in Panik zu verkaufen, fährt mit Ausschüttern besser als mit einem reinen Thesaurierer, selbst wenn die Mathematik anders aussieht. Es ist eine Frage deiner Phase und deines Typs, keine Frage von richtig oder falsch.
Ich würde monatliche Ausschüttung nie zum Hauptkriterium machen. Such dir zuerst eine Strategie, die zu dir passt, also breiter Welt-ETF, Quality-Dividenden oder eine Mischung, und schau erst danach, in welchem Rhythmus sie zahlt. Wenn am Ende ein guter Fonds wie der L&G zufällig monatlich überweist, nimm es als Bonus. Lass dich nie von einer 11-Prozent-Zahl in ein Produkt locken, dessen Mechanik du nicht verstehst. Der Chart oben zeigt, was diese 11 Prozent über ein Jahrzehnt wirklich gekostet haben.
Wie viel Kapital für 1.000 Euro im Monat?
Diese Frage taucht in der Suche ständig auf, also rechne ich sie sauber durch. 1.000 Euro im Monat sind 12.000 Euro im Jahr, brutto, also vor Steuern. Wie viel Kapital du dafür brauchst, hängt allein an der Ausschüttungsrendite deines ETF. Die Formel ist simpel: benötigtes Kapital gleich Jahresziel geteilt durch Ausschüttungsrendite.
- Mit dem L&G (~3,9 %): 12.000 / 0,039 = rund 308.000 Euro. Echte Dividenden, volle Kurschance, aber das höchste nötige Kapital.
- Mit JEPG (~7,1 %): 12.000 / 0,071 = rund 169.000 Euro. Halb so viel Kapital, dafür gedeckelte Kursrendite.
- Mit dem Global X Nasdaq (~11,3 %): 12.000 / 0,113 = rund 106.000 Euro. Das kleinste Kapital, aber die aggressivste Optionswette und die stärkste Deckelung.
Auf dem Papier sieht der Covered-Call-Fonds also dreimal effizienter aus. Genau diese Rechnung führt in die Falle. Du brauchst zwar weniger Startkapital für den gleichen Cashflow heute, verzichtest aber, wie der Chart zeigt, auf den Großteil des Vermögenswachstums von morgen.
Ein Detail kommt obendrauf: Die 12.000 Euro sind brutto. Bei einem Aktien-ETF sind 30 Prozent der Erträge per Teilfreistellung steuerfrei, auf die restlichen 70 Prozent fallen 26,375 Prozent Abgeltungsteuer plus Soli an. Effektiv bleiben so rund 18,5 Prozent der Ausschüttung beim Finanzamt. Bei Covered-Call-Fonds greift die 30-Prozent-Teilfreistellung je nach Fondsstruktur womöglich nicht voll, dann steigt der Abzug weiter. Plane also rund 15 bis 20 Prozent über der Bruttorechnung. Wie die Steuer auf Ausschüttungen genau funktioniert, steht in meinem Beitrag zur Vorabpauschale 2026.
Häufige Fehler
Fehler 1: Die Ausschüttungsrendite mit der Gesamtrendite verwechseln. 11 Prozent Ausschüttung heißt nicht 11 Prozent Gewinn. Bei Covered-Call-Fonds wird ein Teil der Zahlung aus deinem eigenen Kapital gespeist, wenn die Prämie die Kursverluste nicht deckt. Schau immer auf die Gesamtrendite über mehrere Jahre, nicht auf die Ausschüttungszahl.
Fehler 2: In der Ansparphase auf maximale Ausschüttung gehen. Wer noch 20 Jahre Zeit hat, verschenkt mit hochausschüttenden Fonds den Zinseszins und zahlt unnötig früh Steuern. In dieser Phase ist ein thesaurierender Welt-ETF fast immer überlegen.
Fehler 3: Den Covered-Call-Fonds für einen Dividenden-ETF halten. Es sind Optionsstrategien mit eigenem Risikoprofil. In einer langen Hausse bleibst du weit zurück, in einem Crash schützt die Prämie nur wenig. Kauf sie nur, wenn du die Mechanik wirklich verstanden hast.
Fehler 4: Sehr kleine oder sehr junge Fonds blind besparen. Der L&G ist erst Monate alt, der Global X auf den S&P 500 vergleichsweise klein. Beides ist kein K.o.-Kriterium, aber kleine Fonds können geschlossen werden, was dir einen ungewollten steuerpflichtigen Verkauf beschert. Prüf das Fondsvolumen vor dem Kauf.
Mein Ansatz
Von allen Fonds in diesem Beitrag halte ich genau einen: den L&G Global Quality Dividends, als zweitgrößte Position in meinem Live-Depot aus fünf Quality-Dividend-ETFs (die ISINs und Gewichte stehen im ETF-Musterdepot). Ich habe ihn nicht gekauft, weil er monatlich zahlt, sondern weil seine Quality-Strategie zu meinem Depot passt. Dass das Geld jeden Monat statt jedes Quartal kommt, ist für mich ein angenehmes Nebenprodukt, mehr nicht.
Keinen einzigen Covered-Call-Fonds halte ich, und das ist Absicht. Ich befinde mich in der Ansparphase, und der Chart oben zeigt, warum gedeckelte Kursrendite hier die falsche Wahl wäre. Wenn ich in 20 Jahren von meinem Depot lebe, kann sich das ändern, dann wäre planbarer monatlicher Cashflow plötzlich wertvoll. Strategie folgt Lebensphase, nicht dem Reiz einer hohen Zahl.
Bevor du dich auf einen Ausschüttungsrhythmus festlegst, klär zuerst, welche Strategie überhaupt zu dir passt. Dabei hilft der Beitrag Welches Dividenden-Depot passt zu dir. Und wenn du noch zwischen einem breiten Welt-ETF und einer Dividenden-Linie schwankst, lies vorher den Vergleich MSCI World gegen FTSE All-World.
↓ häufig gestellte Fragen
Häufige Fragen
Welcher ETF zahlt jeden Monat Dividende?
Im UCITS-Raum gibt es aktuell genau einen echten Dividenden-ETF mit monatlicher Auszahlung: den L&G Global Quality Dividends UCITS ETF (ISIN IE0005AJA0P1), seit Januar 2026 am Markt. Alle anderen ETFs, die monatlich überweisen, sind Covered-Call-Fonds wie JEPG, JEPQ oder die Global-X-Produkte. Deren hohe Ausschüttung stammt aus verkauften Optionen, nicht aus klassischen Dividenden.
Wie viel Kapital brauche ich für 1.000 Euro monatliche Dividende?
1.000 Euro im Monat sind 12.000 Euro im Jahr. Bei einer Ausschüttungsrendite von 3,9 Prozent (L&G) brauchst du rund 308.000 Euro, bei 7,1 Prozent (JEPG) rund 169.000 Euro, bei 11,3 Prozent (Global X Nasdaq) rund 106.000 Euro. Das sind Bruttowerte vor Steuern, plane netto eher 15 bis 20 Prozent mehr ein. Die hochausschüttenden Fonds brauchen weniger Kapital, deckeln aber deine Kursrendite stark.
Gibt es einen ETF, der monatlich auszahlt?
Ja, mehrere, aber du musst zwei Typen unterscheiden. Echte monatliche Dividenden zahlt nur der L&G Global Quality Dividends. Monatliche Auszahlungen aus Optionsprämien zahlen die Covered-Call-ETFs von JPMorgan (JEPG, JEPQ) und Global X. Wer ohne Optionswette zwölf Auszahlungen will, kann auch drei normale Quartalszahler mit versetzten Terminen kombinieren.
Sind Covered-Call-ETFs sinnvoll?
Sie sind sinnvoll für Anleger, die jetzt hohen, regelmäßigen Cashflow brauchen und bewusst auf Kurschancen verzichten, etwa in der Entnahmephase. In der Ansparphase sind sie meist die schlechtere Wahl: Über die letzten zehn Jahre lag ein reiner Index-ETF deutlich vorn, weil der Covered-Call-Fonds jede starke Rally an der Decke abgegeben hat. Die hohe Ausschüttung ist kein Bonus, sondern ein Tausch gegen Wachstum.
Wann lohnt sich ein ausschüttender ETF?
Ein ausschüttender ETF lohnt sich, wenn du den Cashflow nutzen willst oder brauchst, etwa zum Leben im Ruhestand, oder wenn dir der sichtbare Geldeingang hilft, diszipliniert dranzubleiben. Für den reinen Vermögensaufbau in der Ansparphase ist ein thesaurierender ETF meist überlegen, weil er Erträge automatisch wieder anlegt und Steuern aufschiebt. Es ist eine Frage deiner Lebensphase, nicht der Rendite allein.
Weiterlesen
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- Vorabpauschale 2026 berechnen: wichtig, um die Steuer auf Ausschüttungen und Thesaurierungen zu verstehen.
- Trade Republic vs Scalable Capital: der passende Broker für deinen ETF-Sparplan.
Quellen
- Finanztip: Monatliche Dividende, was dieser ETF anders macht, 15.01.2026: der L&G Global Quality Dividends (IE0005AJA0P1, TER 0,29 %) als seltener echter monatlich ausschüttender UCITS-Aktien-ETF, mit Hinweis auf kurze Historie, ~960 Titel und kleines Startvolumen.
- Finanztip: Jeden Monat Dividende aufs Konto, aber ist das sinnvoll?, 15.01.2026: monatlich ausschüttende UCITS-Aktien-ETFs sind die Ausnahme, die meisten zahlen jährlich oder quartalsweise; Dividendenstrategien schlagen einen breiten thesaurierenden Welt-ETF beim Vermögensaufbau in der Regel nicht.
- Handelsblatt: Covered-Call-ETFs boomen, worauf Anleger achten sollten, 22.08.2025: Covered-Call-ETFs verteilen höheres Einkommen als die meisten Dividendenfonds, Anleger tauschen dafür aber einen Teil möglicher Kursgewinne ein (gedeckelte Aufwärtsbewegung).
- justETF: JPMorgan Global Equity Premium Income Active UCITS ETF (IE0003UVYC20), Stand 30.11.2025: TER 0,35 %, monatliche Ausschüttung, Ausschüttungsrendite ~7,05 % (12 Monate), aktiv mit Derivate-Overlay, UCITS-Pendant zu JEPI.
- justETF: JPMorgan Nasdaq Equity Premium Income Active UCITS ETF (IE000U9J8HX9), Stand 29.10.2024: TER 0,35 %, monatliche Ausschüttung, Ausschüttungsrendite ~10,24 % (12 Monate), Nasdaq-100-Basis, rund 52 % Tech, UCITS-Pendant zu JEPQ.
- justETF: L&G Global Quality Dividends UCITS ETF (IE0005AJA0P1): WKN A41L70, TER 0,29 %, monatliche Ausschüttung, physische Replikation, ~960 Titel, Auflage Januar 2026.
- justETF: Global X Nasdaq 100 Covered Call UCITS ETF (IE00BM8R0J59) und Global X S&P 500 Covered Call UCITS ETF (IE0002L5QB31): TER je 0,45 %, monatliche Ausschüttung, synthetische Replikation, Ausschüttungsrenditen rund 11,3 % bzw. 9,5 %.
- Eigene Berechnung der Gesamtrendite auf Basis täglicher Schlusskurse (adjusted close, Total Return in USD) von Global X Nasdaq 100 Covered Call (QYLD) und Invesco QQQ, Zeitraum Januar 2015 bis Juni 2026, Rohdaten via yfinance. QYLD +160 %, QQQ +662 %. QYLD dient als US-Stellvertreter für die UCITS-Variante (IE00BM8R0J59), die dieselbe Buy-Write-Strategie fährt.
Wichtiger Hinweis: Dies ist meine persönliche Einschätzung und keine Anlageberatung im Sinne des §34f GewO. Ausschüttungsrenditen, Gebühren und Fondsvolumen ändern sich laufend, alle Zahlen sind Stand Q2 2026 und stammen aus den verlinkten Factsheets. Vor jedem Kauf lohnt sich ein Blick auf das aktuelle ETF-Factsheet. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse, Covered-Call-Strategien tragen zusätzliche Markt- und Optionsrisiken.
Offenlegung eigener Positionen: Ich halte den L&G Global Quality Dividends UCITS ETF (IE0005AJA0P1) als zweitgrößte Position in meinem Live-Depot aus fünf Quality-Dividend-ETFs (~102.000 €, siehe Musterdepots). In den vier genannten Covered-Call-ETFs (JEPG, JEPQ, Global X Nasdaq 100 Covered Call, Global X S&P 500 Covered Call) halte ich keine Position. Diese Analyse wurde nicht von einem Emittenten, Broker oder Affiliate-Partner beauftragt.
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